
Das Telefon klingelte eben, als Jens Lyn hereinkam und den Vertrag schwenkte. »Ottar kann das nicht unterschreiben. Es ist in Englisch abgefaßt.«
»Dann übersetzen Sie es, Sie sind ja dafür da. Moment.« Er nahm den Hörer auf.
»Ich könnte es übersetzen, auch wenn es ungeheuer schwierig wäre, aber was soll es? Er kann nicht lesen.«
»Einen Moment, Lyn. Nein, nicht du, Sam. Ich weiß, Sam … Natürlich habe ich den Kostenvoranschlag gesehen, ich habe ihn ja selbst gemacht. Nein, du brauchst mich nicht zu fragen, wo ich die Spritze herbekomme. Sei doch realistisch, Mann … gut, ich gebe zu, daß du nicht von gestern bist … aber was du nicht weißt, ist die Tatsache, daß der Film innerhalb der Summe produziert werden kann, die ich angegeben habe, plus oder minus fünfzigtausend … Gebrauche niemals das Wort ›unmöglich‹, Sam. Das Unmögliche dauert zwar eine Zeitlang, aber wir schaffen es, das solltest du aus Erfahrung wissen … Was? … Am Telefon? Sam, sei vernünftig. Ich habe im Moment einen richtigen Affenzirkus in meinem Büro, ich kann dir wirklich keine Einzelheiten erzählen … Ich will dich abwimmeln? Ich? Niemals! … Ja, frage ihn unbedingt. L. M. weiß über diesen Film genau Bescheid, von Anfang an. Du wirst sehen, daß er mich rückhaltlos unterstützt. Schön … Ja, das wünsche ich dir auch, Sam.«
Er ließ den Hörer auf die Gabel fallen, und Charley Chang sagte: »Sie wird bei einem Überfall gefangengenommen und kämpft mit echtem Haß gegen den Entführer an, aber der Haß verwandelt sich in Liebe, ohne daß sie etwas dagegen tun kann.«
»Ich bin noch nie bei einem Überfall gefangengenommen worden«, kam Slitheys rauchige Stimme aus der Ecke.
»Gute Idee«, sagte Barney zu Charley.
»Und selbst wenn er lesen könnte — er kann nicht schreiben«, sagte Lyn.
»Dieses Problem haben wir bei ausländischen Schauspielern des öfteren«, erklärte ihm Barney. »Heften Sie die Übersetzung an den Vertrag, lassen Sie sie durch einen zweisprachigen Notar beglaubigen und durch Daumenabdruck oder sonst ein Zeichen von dem Verhandlungspartner unterzeichnen. Dann brauchen wir noch die Unterschrift von zwei unparteiischen Zeugen, und kein Gericht der Welt kann uns etwas anhaben.«
