
Wieder die rauhe Stimme vom Bug:»Kette ist auf und nieder,
Sir!»
Befreit vom Grund — der erste Anker war bereits auf und gekattet — , drehte die Trojan heftig zur Seite, ihre Segel füllten sich mit einem Donner wie von Kanonenschüssen, während die Männer an den Brassen zogen, die Körper nach hinten gebogen, bis sie fast das Deck berührten.
Rund und rund schwangen die Rahen, die Segel füllten sich eins nach dem anderen, wurden hart und steif wie Brustpanzerplatten, bis das Schiff seine Flanken in den Gischt tauchte, die Leegeschützpforten bereits zeitweilig unter Wasser.
Bolitho rannte von einer Gruppe zur anderen, sein Hut saß schief, seine Ohren dröhnten vom Quietschen der Blöcke und vom Donnern der Segel, und über allem hing der ächzende Chor der vibrierenden Stagen und Wanten.
Als er pausierte, um Atem zu holen, sah er die Umrisse von Sandy Hook querab vorbeigleiten. Ein paar Menschen warteten in einer kleinen Yawl und winkten, als das große Schiff fast über ihnen stand.
Er hörte wieder Cairns Stimme:»Bramsegel setzen!»
Bolitho blickte zum Großtopp hinauf, mit seinen unter dem Druck der Segel gebogenen Rahen. Seeleute und Fähnriche wetteiferten miteinander beim Setzen weiterer Segel. Als er sich wieder nach achtern wandte, sah er Bunce, die Hände auf dem Rücken, das Gesicht wie aus Stein gemeißelt, während er sein Schiff und die Segelstellung musterte. Dann nickte er langsam. Dies kam so nahe an Zufriedenheit heran, wie Bolitho es noch nie bei ihm gesehen
hatte.
Er stellte sich vor, welchen Eindruck die Trojan wohl vom Land aus machte: die Galionsfigur — der grimmig blickende trojanische Krieger — Bugsprit und Klüverbaum, ja die ganze Back vom Gischt übersprüht; der massige, schwarz und lederfarben glänzende Rumpf, der die vorbeizischenden weißen Schaumkronen widerspiegelte, als wolle er sich vom Lande reinwaschen.
