
Probyns grobe Stimme ertönte von vorn, wo er seinen Leuten beim Kalten des zweiten Ankers Anweisungen zuschrie. Er würde nach diesem Geschrei viel trinken müssen, dachte Bolitho.
Er blickte nach achtern, hinweg über seine eigenen Seeleute, die teils an den Stagen herunterrutschten, teils aus den Wanten herabsprangen und unten vor dem Mast wieder antraten. Dann sah er, daß der Kommandant ihn beobachtete. Über das halbe Schiff hinweg, durch all das Gewühl und Gehaste, schienen ihre Blicke sich zu begegnen.
Verlegen griff Bolitho nach oben und rückte seinen Hut zurecht; er meinte, ein kleines, aber nachdrückliches Nicken des Kommandanten bemerkt zu haben.
Aber die träumerische Stimmung war bald wieder verflogen, die Trojan ließ keinem Zeit für Phantastereien.»An die Brassen! Klar zum Wenden!«Sparke rief:»Mr. Bolitho!»
Bolitho legte die Hand an den Hut.»Aye, Sir, ich weiß. Notieren Sie den Mann da!»
Als das Wendemanöver zu des Kommandanten und auch zu Bunces Zufriedenheit ausgeführt, das Schiff über Stag gegangen und auf den neuen Kurs eingesteuert war, hatten Regen und Dunst das achteraus liegende Land bereits verschluckt.
II Ein verwegener Plan
Leutnant Richard Bolitho ging zur Luvseite des Achterdecks und griff in das Mattennetz, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Über und vor ihm türmten sich die gewaltigen Pyramiden der Segel, beeindruckend selbst für jemanden, der diesen Anblick gewohnt war. Besonders nach all der Enttäuschung und Mühe der letzten viereinhalb Tage, dachte er.
Der Wind, der ihnen von Sandy Hook aus so vielversprechend gefolgt war, hatte innerhalb weniger Stunden gedreht, als habe der Teufel selbst die Hand im Spiel. Ohne Warnung sprang er um, schralte, frischte auf oder flaute ab, so daß keine Wache ohne wenigstens ein Alle-Mann-Manöver auskam, um Segel zu reffen, zu bergen oder wieder zu setzen. Ein ganzer Tag war nötig gewesen, um die gefürchteten Nantucketbänke zu umrunden. Die See kochte unter dem Klüverbaum, als würde sie von der Hölle angeheizt.
