
Cairns betrachtete ihn nachdenklich.»Das hätte ich voraussehen müssen. Diese Kaperkapitäne wissen mehr über die örtlichen Verhältnisse als irgendeiner von uns. «Er lächelte etwas schief:»Außer dem Weisen, natürlich.»
Leutnant Quinn kam an Deck und tippte grüßend an seinen Hut.»Ich soll Sie ablösen, Sir.»
Er blickte von Bolitho zu der prallen Masse der Segel auf. Bo-litho beabsichtigte, nur rasch zum Essen hinunterzugehen, besonders da er auf Pears Reaktion gespannt war. Für den Sechsten Offizier jedoch — achtzehn Jahre alt — bedeutete dies eine endlose Zeit furchteinflößender Verantwortung, denn er hatte das Geschick der Trojan in Händen, so lange er als Wachhabender auf dem Achterdeck auf und ab ging.
Bolitho wollte ihn beruhigen, nahm dann aber davon Abstand. Quinn mußte lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Jeder Offizier, der sich in brenzligen Situationen auf die Hilfe anderer verließ, war später auch in wirklichen Krisen hilflos.
Er folgte Cairns zum Niedergang, während Quinn sich mit dem Überprüfen des Logbuchs und beim Kontrollieren des Kompasses wichtig tat.
Cairns sagte leise:»Er wird später ganz in Ordnung sein, braucht halt noch Zeit.»
Bolitho saß an der Messetafel, während Mackenzie und Logan sich bemühten, das Mahl einigermaßen ansehnlich erscheinen zu lassen: Salzfleisch, zusammengekocht mit Haferbrei, dazu Schiffszwieback mit schwarzem Sirup und so viel Käse, wie jeder vertragen konnte. Außerdem gab es eine großzügige Zuteilung von Rotwein, der mit dem letzten Konvoi in New York angekommen war. Nach Probyns gerötetem Gesicht zu urteilen, hatte er ihm fleißig zugesprochen.
Jetzt starrte er hinüber zu Bolitho und fragte heiser:»Was war das für ein Gequatsche über Segel? Da ist wohl jemand nervös geworden und hat Gespenster gesehen, was?«Er lehnte sich vor und sah sich beifallheischend um.»Mein Gott, wie hat sich die Flotte verändert!»
