
Einmal unter Deck, umfing ihn die Trojan und hüllte ihn ein mit ihrer ganzen Vertrautheit. Die Gerüche nach Teer, Hanf, Bilge und Menschenleibern gehörten genauso zu ihr wie ihre Bordwände.
Mackenzie, der dienstälteste Messesteward, begegnete ihm mit aufmunterndem Lächeln. Er hatte seinen Dienst als Toppsgast aufgeben müssen, als er aus der Takelage fiel und infolge eines dreifachen Beinbruches fürs Leben zum Krüppel wurde. Mackenzie genoß es, von jedermann bemitleidet zu werden, und seine Verletzung hatte ihm immerhin zu einer so bequemen Stellung verhelfen, wie manch einer auf des Königs Schiffen sie sich gewünscht hätte.
«Ich habe noch etwas Kaffee, Sir, kochend heiß!«Er hatte denselben weichen, schottischen Akzent wie Cairns. Bolitho schälte sich aus seinem Überrock und reichte diesen samt seinem Hut dem Schiffsjungen Logan, der den Messestewards half.
«Nehme ich gern, danke.»
Die Offiziersmesse, die sich am Heck über die ganze Schiffsbreite erstreckte, war voll ziehender Rauchschwaden und roch nach dem ihr eigentümlichen Gemisch von Wein und Käse. Die großen Heckfenster ganz achtern waren schon in Dunkelheit getaucht, nur beim Überholen sah man gelegentlich ein Licht auftauchen wie einen verirrten Stern.
Kleine Kabinen säumten die Seiten, Verschlagen ähnlich, kaum mehr als Schutzwände, die man abriß, wenn das Schiff gefechtsklar gemacht wurde: winzige Schutzhäfen der Privatsphäre, die des Eigners Koje, Seekiste und ein bißchen Platz zum Aufhängen der Garderobe enthielten. Außer den Arrestzellen waren dies die einzigen Räume des Schiffes, in denen man einmal für sich allem sein konntet
Direkt darüber, in einer Kabine, die in ihrer Größe etwa dem Gesamtraum der übrigen Offizierskabinen entsprach, lag das Reich des Kommandanten. Im selben Deck waren auch der Erste Offizier und der Navigationsoffizier untergebracht, damit sie in der Nähe des Achterdecks und des Ruders logierten.
