Aber hier in der Messe verbrachten sie alle gemeinsam ihre wachfreie Zeit, diskutierten ihre Probleme, ihre Hoffnungen, ihre Befürchtungen, nahmen ihre Mahlzeiten ein und tranken ihren

Wein: die sechs Wachoffiziere, zwei Marineinfanterieoffiziere, der Navigationsoffizier, der Zahlmeister und der Arzt. Die Messe war sicherlich sehr eng für so viele Menschen, aber verglichen mit den Quartieren unter der Wasserlinie, in denen die Kadetten, Fähnriche, Deckoffiziere und Spezialisten wohnten — ganz zu schweigen von der Unterbringung der gemeinen Seeleute und Seesoldaten — war sie geradezu luxuriös.

Dalyell, der Fünfte Offizier, saß mit gekreuzten Beinen, die Füße auf einem kleinen Faß, unter den Heckfenstern. In einer Hand hielt er eine lange Tonpfeife.

«George Probyn war wohl wieder blau, Dick?»

Bolitho grinste.»Es wird allmählich zur Gewohnheit.»

Sparke, der Zweite Offizier, ein Mann mit strengem Gesicht und einer münzgroßen Narbe auf der Wange, sagte:»Ich würde ihn vor den Captain bringen, wenn ich hier der Senior wäre. «Er wandte sich wieder seinem zerlesenen Zeitungsblatt zu und fuhr dann heftig fort:»Diese verdammten Rebellen scheinen zu machen, was sie wollen! Zwei weitere Transporte überfallen, genau vor den Nasen unserer Fregatten, eine Brigg aus dem Hafen verschleppt, durch eins ihrer verdammten Kaperschiffe! Wir gehen viel zu sanft mit ihnen um!»

Bolitho setzte sich und streckte die Beine aus, dankbar, nicht mehr dem kalten Wind ausgesetzt zu sein, obgleich er wußte, daß die Illusion von Wärme bald wieder schwinden würde.

Sein Kopf sackte vornüber, und als Mackenzie den Kaffee brachte, mußte er ihn an der Schulter wachrütteln.

In geselligem Schweigen entspannten sich hier die Offiziere der Trojan und taten, wozu sie Lust hatten. Einige lasen, andere schrieben nach Hause — Briefe, die möglicherweise den Empfänger nie erreichten.



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