
Wir wollen jetzt sehen, was von beiden Seiten geschah.
Am siebenten Januar hatten sich siebenhundert bis achthundert Kaufleute von Paris aus Anlaß einer neuen Steuer, die man den Hauseigentümern auferlegen wollte, zusammengerottet und dagegen Einspruch getan; sie schickten zehn aus ihrer Mitte ab, daß sie in ihrem Namen mit dem Herzoge von Orleans sprächen, der nach seiner Gewohnheit den Volksfreund spielte. Der Herzog von Orleans ließ sie vor; sie erklärten ihm, daß sie entschlossen wären, diese neue Abgabe nicht zu entrichten, selbst wenn sie sich mit den Waffen gegen diejenigen, welche sie beheben wollten, verteidigen müßten. Der Herzog von Orleans hörte sie huldreich an, ließ sie auf einige
Ermäßigung hoffen, versprach ihnen, er wolle deshalb mit der Königin sprechen, und entließ sie mit seinem gewöhnlichen: »Man wird sehen.«
Am Neunten kamen auch die Requeten-Meister zu dem Kardinal und der Wortführer sprach mit so viel Festigkeit und Kühnheit, daß der Kardinal ganz erstaunt darüber war. Er verabschiedete sich mit denselben Worten, wie es der Herzog von Orleans tat: »Wir wollen sehen.«
»Um zu sehen,« - berief man also den Rat zusammen und ließ den Finanzminister d'Emery holen.
Gegen d'Emery war das Volk sehr aufgebracht, schon deshalb, weil er Finanzminister war, und dann auch, wir müssen es wohl sagen, weil er es ein wenig verdient hatte.
Man ließ ihn aus dem Rate rufen; er eilte ganz blaß und verstört herbei und sagte, sein Sohn wäre an diesem Tage auf dem Platze vor dem Palais-Royal fast umgebracht worden; die Volksmenge sei ihm begegnet, und habe ihm den Luxus seiner Gemahlin vorgeworfen, da sie eine mit rotem Samt und mit goldenen Fransen ausgeschmückte Wohnung hätte.
