D'Emerys Sohn wäre fast erdrosselt worden, denn einer der Rebellen brachte in Vorschlag, ihn so lang zu würgen, bis er das Gold, welches er verschlungen, wieder von sich gegeben hätte. Der Rat entschied an diesem Tage nicht, denn der Finanzminister war mit diesem Vorfall zu sehr beschäftigt, als daß sein Geist frei sein konnte.

Am folgenden Morgen ward der erste Präsident Mathieu Mole gleichfalls angegriffen; das Volk bedrohte ihn ob all' des Bösen, das man ihm zufügen wollte; allein der erste Präsident hatte, ohne die Fassung zu verlieren, und ohne sich zu verwundern, mit gewohnter Ruhe geantwortet; er wolle, wenn die Unruhestifter nicht gehorchen würden, auf den öffentlichen Plätzen Galgen errichten, und sogleich die Widerspenstigen aufhenken lassen. Aber jene verharrten fortwährend in ihrem starren und verwegenen Trotze.

Das ist noch nicht alles. Als am Ersten die Königin nach Notre-Dame ging, was sie regelmäßig jeden Sonnabend tat, folgten ihr über zweihundert Weiber, welche ihr zuriefen und Gerechtigkeit forderten. Sie hatten zwar keine böse Absicht, da sie sich bloß zu ihren Füßen werfen und ihr Mitleid erregen wollten, allein die Wachen verhinderten sie daran, und die Königin schritt vorüber, ohne auf ihr Gewimmer zu achten. Nachmittags war abermals Ratssitzung, worin beschlossen wurde, die königliche Autorität in Kraft zu erhalten; demgemäß wurde das Parlament für den nächsten Tag, den Zwölften, zusammenberufen.

An diesem Tage nun, an dessen Abend wir diese neue Geschichte eröffnen, ließ der König, der damals erst zehn Jahre alt war und eben geblättert hatte, Dankgebete für seine Genesung in Notre-Dame verrichten, seine Garden, Schweizer und Musketiere unter die Waffen treten, sie rings um das Palais-Royal, auf den Quais und am Pontneuf aufstellen, und nach Anhörung der Messe begab er sich in das Parlament, wo er in einer unvorbereiteten, feierlichen Sitzung seine früheren Edikte nicht bloß bestätigte, sondern auch noch fünf bis sechs neue erließ.



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