»Sie, gnädigster Herr?«

»Ja, ja; soll ich dir einige davon rezitieren?«

»Das ist mir gleichviel, Monseigneur, ich verstehe nicht italienisch.«

»Ja, aber französisch verstehst du, nicht wahr, guter und wackerer Guitaut?« erwiderte Mazarin und legte ihm huldreich die Hand auf die Schulter, »und welchen Auftrag man dir auch in dieser Sprache gäbe, so würdest du ihn vollziehen?«

»Allerdings, gnädigster Herr, wie ich es schon getan habe, vorausgesetzt, daß er mir von der Königin zukommt.«

»Ja,« versetzte Mazarin, sich in die Lippen beißend, »ich weiß, daß du ihr ganz ergeben bist.«

»Ich bin Kapitän ihrer Garden über zwanzig Jahre lang.« »Vorwärts, Herr d'Artagnan!« rief der Kardinal wieder, »von dieser Seite steht alles gut.«

D'Artagnan stellte sich wieder an die Spitze des Zuges, ohne ein Wort zu reden, und mit jenem passiven Gehorsam, der den Charakter des alten Soldaten ausmacht. Sie nahmen den Weg nach dem Hügel von Saint-Roche, wo der dritte Wachposten stand, und eilten durch die Straße Richelieu und die Straße Villedo. Diese war die verödetste, denn sie grenzte beinahe an die Wälle, und die Stadt war auf dieser Seite wenig bevölkert. »Wer befehligt diesen Posten?« fragte der Kardinal. »Villequier,« antwortete Guitaut. »Donnerwetter!« rief Mazarin, »redet allein mit ihm; Ihr wißt es, wir sind in Spannung, seit Ihr den Auftrag hattet, den Herzog von Beaufort zu verhaften; er behauptete, diese Ehre käme ihm zu als Kapitän der Garden des Königs.«

»Das weiß ich, und sagte es ihm hundertmal, daß er Unrecht hatte; der König konnte ihm hierzu den Auftrag noch nicht geben, denn der König war damals kaum vier Jahre alt.«

»Ja, Guitaut, aber ich konnte ihm denselben geben, und erteilte Euch den Vorzug.« Guitaut spornte sein Pferd, ohne zu antworten, und als er sich der Schildwache zu erkennen gab, ließ er Herrn von Villequier rufen. Dieser kam.

»Ach, Ihr seid es, Guitaut,« sprach er im Tone übler Laune, der ihm eigen war. »Den Teufel, was wollet Ihr da?«



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