
»Alle haben Angst«, versicherte Dole.
»Geht jetzt hinunter, schließt die Tür und legt euch wieder ins Bett«, befahl Briant.
»Achtung! Ein Brecher!« schrie Moko plötzlich. Ein schwerer Brecher erschütterte das Heck der Jacht.
»Macht, daß ihr verschwindet!« rief Gordon.
»Geht hinunter, ihr Kleinen, es besteht für uns keine Gefahr«, rief Briant ihnen nach.
Da tauchte ein drittes Kind auf. »Braucht ihr uns da oben?«
»Nein, Baxter, bleib mit den anderen bei den Kleinen. 4 sind oben genug«
Baxter verschloß die Tür.
Auf der Sloughi befanden sich ausschließlich Kinder — insgesamt 15. Kein Kapitän, kein Steuermann, nicht ein Matrose war an Bord. Keiner wußte genau, was vorgefallen war. Die Sloughi trieb im Stillen Ozean, dem Meer, das sich über 140 Längengrade von Australien und Neuseeland bis zur südamerikanischen Küste erstreckt.
War die Besatzung der Jacht verunglückt? Hatten malaiische Seeräuber sie entführt und an Bord nur die jungen Passagiere, deren ältester kaum 14 Jahre alt war, ihrem Schicksal überlassen? Von der ursprünglich vorgesehenen Mannschaft, dem Kapitän, dem Obersteuermann und den 6 Matrosen war nur Moko, der Schiffsjunge übrig. Woher kam der Schoner? Wohin sollte die Fahrt gehen? Keines der Kinder hätte darauf eine schlüssige Antwort geben können, wäre die Sloughi jetzt von einem Segler, einem transatlantischen Dampfer oder einem jener unter Segel oder Dampf laufenden Kauffahrteischiffe, die von Europa und Amerika nach allen Weltmeeren auslaufen, aufgebracht worden. Briant und seine Kameraden wachten so gut sie konnten, daß die Sloughi nicht nach der einen oder anderen Seite abgedrängt wurde.
»Was sollen wir tun?« fragte Doniphan.
»Weiß ich auch nicht!«
»Versuchen wir uns zu retten, mehr kann ich nicht sagen«, bemerkte Gordon.
Der Sturm verdoppelte seine Gewalt, der Wind wehte fuderweise, wie es im Jargon der Seeleute heißt, und sehr oft schien es, als müsse der Schoner unweigerlich in Trümmer gehen und sinken.
