»Keine Angst, es ist alles nur halb so schlimm«, versuchte er sie zu beruhigen.

Mit einer Signallaterne konnte er sich überzeugen, daß tatsächlich Wasser in die Jacht eingedrungen war und von einem Bord zum anderen flutete. Woher kam das Wasser? War in der Seitenwand ein Leck? Vor dem Salon befanden sich das große Zimmer und der Speisesaal, dann die Wohnung und anschließend das Wachhaus der Mannschaft. Briant durchsuchte all diese Räume und sah, daß das Wasser weder ober- noch unterhalb der Schwimmlinie eingedrungen sein konnte. Das Wasser mußte also von Sturzseen herrühren, die über die Treppe nach unten abgeflossen waren. Briant beruhigte seine Gefährten, als er wieder durch den Salon nach oben zum Steuerrad ging.

Es war jetzt 1 Uhr früh, und während schwere Wolkenmassen die Dunkelheit noch lastender machten, wütete der Ozean mit aller Gewalt. Die Jacht flog und stürzte nur so dahin. Dann und wann hörte man den Schrei eines Sturmvogels. Auf eine nahe Küste konnte man deshalb aber nicht schließen, denn diese Vögel findet man oft mehrere 100 sm vom Land entfernt. Eine Stunde später hörte man wieder einen harten, kurzen Riß. Der Rest des Focksegels war zerfetzt, die Stücke flatterten wie riesige Möwen durch die Luft.

»Wir haben kein Segel mehr«, rief Doniphan, »und ein anderes zu setzen ist jetzt unmöglich.«

»Macht nichts«, sagte Briant, »wir kommen auch so schnell genug voran.«

»Vorsicht! Wellen von hinten!« schrie Moko. »Festhalten, oder wir werden weggeschwemmt.«

Er hatte den Satz kaum beendet, als mehrere Tonnen Wasser über Bord hereinstürzten. Briant, Doniphan und Gordon wurden gegen die Treppenkappe geschleudert, wo sie sich zum Glück gerade noch anklammern konnten. Moko jedoch war verschwunden. Ein Teil des Mastwerkes, die beiden Boote und die Jolle, obwohl diese ganz hereingeholt waren, wurden mit fortgerissen. Da jedoch gleichzeitig ein Stück der Schanzkleidung eingedrückt worden war, konnte das Wasser schnell wieder abfließen, was die Jacht vor dem endgültigen Untergang bewahrte.



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