Hinter mir setzte ein hohes, sirenenartig schrilles Lachen ein: dem Wahnsinn so nahe, dass mir ein eisiger Schauder eine Gänsehaut über den Rücken laufen ließ. Henry war zu sich gekommen und hatte sich aufgerappelt. Nein, viel mehr als nur das. Er hüpfte hinter dem Kuhstall umher, schwenkte die Arme unter dem Sternenhimmel und lachte dabei.

»Mama drunten im Brunnen, und mir ist’s egal!«, lautete sein Singsang. »Mama drunten im Brunnen, und mir ist’s egal, denn mein Meister ist fo-oort

Ich war mit drei Schritten bei ihm, schlug ihm mit voller Wucht ins Gesicht und hinterließ blutige Fingerabdrücke

Rex bellte einmal, zweimal, dreimal. Danach Stille. Wir standen da, wobei ich Henrys Schultern umklammerte und den Kopf leicht geneigt hielt. Der Schweiß lief mir ins Genick. Rex blaffte noch einmal, dann ließ er es bleiben. Falls einer der Cotteries davon aufgeschreckt worden war, würde er glauben, dass es einem Waschbären gegolten hatte. Das hoffte ich zumindest.

»Geh ins Haus«, sagte ich. »Das Schlimmste ist überstanden.«

»Wirklich, Papa?« Er sah mich ernst an. »Ist es das?«

»Ja. Alles in Ordnung mit dir? Wirst du noch mal ohnmächtig?«

»War ich das?«

»Ja.«

»Mir fehlt nichts. Ich bin nur … Ich weiß nicht, warum ich so gelacht habe. Ich war durcheinander. Wahrscheinlich aus Erleichterung. Es ist vorbei!« Ein Kichern entkam ihm, und er schlug sich wie ein kleiner Junge, der vor seiner Großmutter versehentlich ein schlimmes Wort gebraucht hat, beide Hände vor den Mund.

»Ja«, sagte ich. »Es ist vorbei. Wir bleiben hier. Deine Mutter ist nach St. Louis weggelaufen … vielleicht war es auch Chicago … aber wir bleiben hier.«



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