Ja! Ein Abend in der Stadt! Deshalb bin ich so glücklich! Deshalb grinse ich von einem Ohr zum anderen! Und fällt dir auf, wie rot mein Lippenstift ist, Wilf? Dieses Rot würde ich niemals in der Kirche tragen, nicht wahr? Nein, das ist die Art Lippenstift, die eine Frau trägt, die mit ihrem Mann diese garstige Sache machen will. Komm runter, Wilf, lass dich nicht lange bitten. Halt dich nicht mit der Leiter auf, spring einfach! Zeig mir, wie scharf du auf mich bist! Du hast mir eine garstige Sache angetan, jetzt lass mich dir eine antun!

»Papa?« Henry stand mit dem Gesicht zum Stall und hochgezogenen Schultern wie ein Junge da, der Prügel erwartete. »Ist alles in Ordnung?«

»Ja.« Ich warf das Bündel Bettzeug hinunter und hoffte, dass es auf sie fallen und dieses schreckliche nach oben gerichtete Grinsen verdecken würde, aber ein zufälliger Luftzug ließ es stattdessen auf ihrem Schoß landen. Jetzt schien es, als säße sie in einer seltsamen blutgetränkten Wolke.

»Ist sie zugedeckt? Ist sie zugedeckt, Papa?«

Ich packte die Matratze und kippte sie hinein. Sie landete stehend in dem schlammigen Wasser, fiel dann gegen die rund gemauerte Brunnenwand und bildete ein kleines schräges Schutzdach über ihr, das wenigstens den zurückgeworfenen Kopf und das blutige Grinsen verbarg.

»Jetzt ist sie’s.« Ich legte den alten Holzdeckel an seinen Platz zurück und wusste, dass hier weitere Arbeit wartete: Der Brunnen musste aufgefüllt werden. Ach, aber das war ohnehin längst überfällig. Der baufällige alte Brunnen stellte eine Gefahr dar, weshalb ich ja auch ringsum die Holzlatten eingerammt hatte. »Komm, wir gehen ins Haus und frühstücken.«

»Ich kann keinen einzigen Bissen runterkriegen!«

Aber er konnte. Wir konnten es beide. Ich briet Eier, Speck und Kartoffeln, und wir aßen alles auf. Schwere Arbeit macht hungrig, wie jedermann weiß.



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