Als ob sie von dieser Sünde frei gewesen wäre!

»Der Anwalt versichert mir, dass ich mit meinem Land tun kann, was mir gefällt, und ich werde es verkaufen. Was euch zwei betrifft, könnt ihr hier hocken und abgesengte Schweineborsten riechen und euer Essen selbst kochen und eure Betten selbst machen. Du, mein Sohn, kannst den ganzen Tag pflügen und die ganze Nacht seine ewigen Bücher lesen. Ihm haben sie wenig genützt, aber vielleicht kommst du ja besser damit klar. Wer weiß?«

»Mama, das ist nicht fair!«

Sie sah ihren Sohn an, wie eine Frau einen Fremden ansehen würde, der sich herausgenommen hatte, sie am Arm zu berühren. Und wie mein Herz jubelte, als ich ihn ihren Blick ebenso kalt erwidern sah! »Ihr könnt zum Teufel gehen, alle beide. Was mich betrifft, ich gehe nach Omaha und mache da ein Modegeschäft auf. Das ist meine Vorstellung von fair.«

Dieses Gespräch fand in dem staubigen Hof zwischen Haus und Scheune statt, und ihre Idee von fair war das letzte Wort. Sie marschierte über den Hof, wobei sie mit ihren zierlichen Stadtschuhen kleine Staubwolken aufwirbelte, verschwand im Haus und knallte die Tür zu. Henry wandte sich mir zu. Er hatte Blut im Mundwinkel, und seine Unterlippe schwoll an. In seinem Blick lag die rohe,

Jener Schlag ins Gesicht war ihr Todesurteil.

Als Henry zwei Tage später im neuen Mais zu mir kam, sah ich, dass er wieder wankend geworden war. Ich war weder bestürzt noch überrascht; die Jahre zwischen Kindheit und Erwachsensein sind stürmische Jahre, und wer sie durchlebt, kreiselt wie die Wetterhähne, die manche Farmer im Mittleren Westen damals auf ihren Getreidesilos anbrachten.

»Wir dürfen nicht«, sagte er. »Papa, sie befindet sich im Irrtum. Und wer im Irrtum stirbt, kommt in die Hölle.«

Zum Teufel mit der Methodistenkirche und ihrem Jugendbund, dachte ich … aber der Hinterhältige lächelte nur.



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