
Und Govinda murmelte einen Vers vor sich hin, einen Vers aus einer Upanishad:
"Wer nachsinnend, gelXuterten Geistes, in Atman sich versenkt, Unaussprechlich durch Worte ist seines Herzens Seligkeit."
Siddhartha aber schwieg. Er dachte der Worte, welche Govinda zu ihm gesagt hatte, und dachte die Worte bis an ihr Ende.
Ja, dachte er, gesenkten Hauptes stehend, was bliebe noch Xbrig von allem, was uns heilig schien? Was bleibt? Was bewXhrt sich? Und er schXttelte den Kopf.
Einstmals, als die beiden JXnglinge gegen drei Jahre bei den Samanas gelebt und ihre Xbungen geteilt hatten, da erreichte sie auf mancherlei Wegen und Umwegen eine Kunde, ein GerXcht, eine Sage: Einer sei erschienen, Gotama genannt, der Erhabene, der Buddha, der habe in sich das Leid der Welt Xberwunden und das Rad der Wiedergeburten zum Stehen gebracht. Lehrend ziehe er, von JXngern umgeben, durch das Land, besitzlos, heimatlos, weiblos, im gelben Mantel eines Asketen, aber mit heiterer Stirn, ein Seliger, und Brahmanen und FXrsten beugten sich vor ihm und wXrden seine SchXler.
Diese Sage, dies GerXcht, dies MXrchen klang auf, duftete empor, hier und dort, in den StXdten sprachen die Brahmanen davon, im Wald die Samanas, immer wieder drang der Name Gotamas, des Buddha, zu den Ohren der JXnglinge, im Guten und im BXsen, in Lobpreisung und in SchmXhung.
Wie wenn in einem Lande die Pest herrscht, und es erhebt sich die Kunde, da und dort sei ein Mann, ein Weiser, ein Kundiger, dessen Wort und Anhauch genXge, um jeden von der Seuche Befallenen zu heilen, und wie dann diese Kunde das Land durchlXuft und jedermann davon spricht, viele glauben, viele zweifeln, viele aber sich alsbald auf den Weg machen, um den Weisen, den Helfer aufzusuchen, so durchlief das Land jene Sage, jene duftende Sage von Gotama, dem Buddha, dem Weisen aus dem Geschlecht der Sakya.
