Sprach Siddhartha: "Immer, o Govinda, hatte ich gedacht, Govinda wXrde bei den Samanas bleiben, immer hatte ich geglaubt, es wXre sein Ziel, sechzig und siebzig Jahre alt zu worden und immer weiter die KXnste und Xbungen zu treiben, welche den Samana zieren. Aber sieh, ich hatte Govinda zu wenig gekannt, wenig wusste ich von seinem Herzen. Nun also willst du, Teuerster, einen neuen Pfad einschlagen und dorthin gehen, wo der Buddha seine Lehre verkXndet."

Sprach Govinda: "Dir beliebt es zu spotten. MXgest du immerhin spotten, Siddhartha! Ist aber nicht auch in dir ein Verlangen, eine Lust erwacht, diese Lehre zu hXren? Und hast du nicht einst zu mir gesagt, nicht lange mehr werdest du den Weg der Samanas gehen?"

Da lachte Siddhartha, auf seine Weise, wobei der Ton seiner Stimme einen Schatten von Trauer und einen Schatten von Spott annahm, und sagte: "Wohl, Govinda, wohl hast du gesprochen, richtig hast du dich erinnert. MXgest du doch auch des andern dich erinnern, das du von mir gehXrt hast, dass ich nXmlich misstrauisch und mXde gegen Lehre und Lernen geworden bin, und dass mein Glaube klein ist an Worte, die von Lehrern zu uns kommen. Aber wohlan, Lieber, ich bin bereit, jene Lehre zu hXren X obschon ich im Herzen glaube, dass wir die beste Frucht jener Lehre schon gekostet haben.

Sprach Govinda: "Deine Bereitschaft erfreut mein Herz. Aber sage, wie sollte das mXglich sein? Wie sollte die Lehre des Gotama, noch ehe wir sie vernommen, uns schon ihre beste Frucht erschlossen haben?"

Sprach Siddhartha: "Lass diese Frucht uns genieXen und das weitere abwarten, o Govinda! Diese Frucht aber, die wir schon jetzt dem Gotama verdanken, besteht darin, dass er uns von den Samanas hinwegruft! Ob er uns noch anderes und Besseres zu geben hat, o Freund, darauf lass uns ruhigen Herzens warten."



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