
An diesem selben Tage gab Siddhartha dem Xltesten der Samanas seinen Entschluss zu wissen, dass er ihn verlassen wollte. Er gab ihn dem Xltesten zu wissen mit der HXflichkeit und Bescheidenheit, welche dem JXngeren und SchXler ziemt. Der Samana aber geriet in Zorn, dass die beiden JXnglinge ihn verlassen wollten, und redete laut und brauchte grobe Schimpfworte.
Govinda erschrak und kam in Verlegenheit, Siddhartha aber neigte den Mund zu Govindas Ohr und flXsterte ihm zu: "Nun will ich dem Alten zeigen, dass ich etwas bei ihm gelernt habe."
Indem er sich nahe vor dem Samana aufstellte, mit gesammelter Seele, fing er den Blick des Alten mit seinen Blicken ein, bannte ihn, machte ihn stumm, machte ihn willenlos, unterwarf ihn seinem Willen, befahl ihm, lautlos zu tun, was er von ihm verlangte. Der alte Mann wurde stumm, sein Auge wurde starr, sein Wille gelXhmt, seine Arme hingen herab, machtlos war er Siddharthas Bezauberung erlegen. Siddharthas Gedanken aber bemXchtigten sich des Samana, er musste vollfXhren, was sie befahlen. Und so verneigte sich der Alte mehrmals, vollzog segnende GebXrden, sprach stammelnd einen frommen Reisewunsch. Und die JXnglinge erwiderten dankend die Verneigungen, erwiderten den Wunsch, zogen grXend von dannen.
Unterwegs sagte Govinda: "O Siddhartha, du hast bei den Samanas mehr gelernt, als ich wusste. Es ist schwer, es ist sehr schwer, einen alten Samana zu bezaubern. Wahrlich, wXrest du dort geblieben, du hXttest bald gelernt, auf dem Wasser zu gehen."
"Ich begehre nicht, auf dem Wasser zu gehen", sagte Siddhartha. "MXgen alte Samanas mit solchen KXnsten sich zufrieden geben!"
GOTAMA
In der Stadt Savathi kannte jedes Kind den Namen des Erhabenen Buddha, und jedes Haus war gerXstet, den JXngern Gotamas, den schweigend Bittenden, die Almosenschale zu fXllen. Nahe bei der Stadt lag Gotamas liebster Aufenthalt, der Hain Jetavana, welchen der reiche Kaufherr Anathapindika, ein ergebener Verehrer des Erhabenen, ihm und den Seinen zum Geschenk gemacht hatte.
