
So betrete ich diese Stadt, dachte Siddhartha, unter einem holden Zeichen. Es zog ihn, sogleich in den Hain zu treten, doch bedachte er sich, und nun erst ward ihm bewusst, wie ihn die Diener und MXgde am Eingang betrachtet hatten, wie verXchtlich, wie misstrauisch, wie abweisend.
Noch bin ich ein Samana, dachte er, noch immer, ein Asket und Bettler. Nicht so werde ich bleiben dXrfen, nicht so in den Hain treten. Und er lachte.
Den nXchsten Menschen, der des Weges kam, fragte er nach dem Hain und nach dem Namen dieser Frau, und erfuhr, dass dies der Hain der Kamala war, der berXhmten Kurtisane, und dass sie auXer dem Haine ein Haus in der Stadt besaX.
Dann betrat er die Stadt. Er hatte nun ein Ziel.
Sein Ziel verfolgend, lieX er sich von der Stadt einschlXrfen, trieb im Strom der Gassen, stand auf PlXtzen still, ruhte auf Steintreppen am Flusse aus. Gegen den Abend befreundete er sich mit einem Barbiergehilfen, den er im Schatten eines GewXlbes hatte arbeiten sehen, den er betend in einem Tempel Vishnus wiederfand, dem er von den Geschichten Vishnu's und der Lakschmi erzXhlte. Bei den Booten am Flusse schlief er die Nacht, und frXh am Morgen, ehe die ersten Kunden in seinen Laden kamen, lieX er sich von dem Barbiergehilfen den Bart rasieren und das Haar beschneiden, das Haar kXmmen und mit feinem le salben. Dann ging er im Flusse baden.
Als am SpXtnachmittag die schXne Kamala in der SXnfte sich ihrem Haine nXherte, stand am Eingang Siddhartha, verbeugte sich und empfing den GruX der Kurtisane. Demjenigen Diener aber, der zuletzt im Zuge ging, winkte er und bat ihn, der Herrin zu melden, dass ein junger Brahmane mit ihr zu sprechen begehre. Nach einer Weile kam der Diener zurXck, forderte den Wartenden auf, ihm zu folgen, fXhrte den ihm Folgenden schweigend in einen Pavillon, wo Kamala auf einem Ruhebette lag, und lieX ihn bei ihr allein.
