
"Siddhartha wird tun, was sein Vater ihm sagen wird."
Der erste Schein des Tages fiel in die Kammer. Der Brahmane sah, dass Siddhartha in den Knien leise zitterte. In Siddharthas Gesicht sah er kein Zittern, fernhin blickten die Augen. Da erkannte der Vater, dass Siddhartha schon jetzt nicht mehr bei ihm und in der Heimat weile, dass er ihn schon jetzt verlassen habe.
Der Vater berXhrte Siddharthas Schulter.
"Du wirst," sprach er, "in den Wald gehen und ein Samana sein. Hast du Seligkeit gefunden im Walde, so komm und lehre mich Seligkeit. Findest du EnttXuschung, dann kehre wieder und lass uns wieder gemeinsam den GXttern opfern. Nun gehe und kXsse deine Mutter, sage ihr, wohin du gehst. FXr mich aber ist es Zeit, an den Fluss zu gehen und die erste Waschung vorzunehmen."
Er nahm die Hand von der Schulter seines Sohnes und ging hinaus. Siddhartha schwankte zur Seite, als er zu gehen versuchte. Er bezwang seine Glieder, verneigte sich vor seinem Vater und ging zur Mutter, um zu tun, wie der Vater gesagt hatte.
Als er im ersten Tageslicht langsam auf erstarrten Beinen die noch stille Stadt verlieX, erhob sich bei der letzten HXtte ein Schatten, der dort gekauert war, und schloss sich an den Pilgernden an X Govinda.
"Du bist gekommen", sagte Siddhartha und lXchelte.
"Ich bin gekommen," sagte Govinda.
BEI DEN SAMANAS
Am Abend dieses Tages holten sie die Asketen ein, die dXrren Samanas, und boten ihnen Begleitschaft und Gehorsam an. Sie wurden angenommen.
Siddhartha schenkte sein Gewand einem armen Brahmanen auf der StraXe. Er trug nur noch die Schambinde und den erdfarbenen ungenXhten Xberwurf. Er aX nur einmal am Tage, und niemals Gekochtes. Er fastete fXnfzehn Tage. Er fastete acht und zwanzig Tage. Das Fleisch schwand ihm von Schenkeln und Wangen. HeiXe TrXume flackerten aus seinen vergrXerten Augen, an seinen dorrenden Fingern wuchsen lang die NXgel und am Kinn der trockne, struppige Bart.
