Eisig wurde sein Blick, wenn er Weibern begegnete; sein Mund zuckte Verachtung, wenn er durch eine Stadt mit schXn gekleideten Menschen ging. Er sah HXndler handeln, FXrsten zur Jagd gehen, Leidtragende ihre Toten beweinen, Huren sich anbieten, Xrzte sich um Kranke mXhen, Priester den Tag fXr die Aussaat bestimmen, Liebende lieben, MXtter ihre Kinder stillen X und alles war nicht den Blick seines Auges wert, alles log, alles stank, alles stank nach LXge, alles tXuschte Sinn und GlXck und SchXnheit vor, und alles war uneingestandene Verwesung. Bitter schmeckte die Welt. Qual war das Leben.

Ein Ziel stand vor Siddhartha, ein einziges: leer werden, leer von Durst, leer von Wunsch, leer von Traum, leer von Freude und Leid. Von sich selbst wegsterben, nicht mehr Ich sein, entleerten Herzens Ruhe zu finden, im entselbsteten Denken dem Wunder offen zu stehen, das war sein Ziel. Wenn alles Ich Xberwunden und gestorben war, wenn jede Sucht und jeder Trieb im Herzen schwieg, dann musste das Letzte erwachen, das Innerste im Wesen, das nicht mehr Ich ist, das groXe Geheimnis.

Schweigend stand Siddhartha im senkrechten Sonnenbrand, glXhend vor Schmerz, glXhend vor Durst, und stand, bis er nicht Schmerz noch Durst mehr fXhlte. Schweigend stand er in der Regenzeit, aus seinem Haare troff das Wasser Xber frierende Schultern, Xber frierende HXften und Beine, und der BXer stand, bis Schultern und Beine nicht mehr froren, bis sie schwiegen, bis sie still waren. Schweigend kauerte er im Dorngerank, aus der brennenden Haut tropfte das Blut, aus SchwXren der Eiter, und Siddhartha verweilte starr, verweilte regungslos, bis kein Blut mehr floss, bis nichts mehr stach, bis nichts mehr brannte.

Siddhartha saX aufrecht und lernte den Atem sparen, lernte mit wenig Atem auskommen, lernte den Atem abzustellen. Er lernte, mit dem Atem beginnend, seinen Herzschlag beruhigen, lernte die SchlXge seines Herzens vermindern, bis es wenige und fast keine mehr waren.



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