Kamow, der den gleichen Helm aufhatte wie wir, nahm in dem Ledersessel am Steuerpult Platz und ließ die Stoppuhr nicht aus den Augen. Dieser Sessel, der mit dem Pult ein Ganzes bildet, kann sich mit ihm, entsprechend der Schiffslage, nach allen Richtungen drehen. Er wird nur beim Start und in der Nähe von Planeten benutzt. Unterwegs, wenn die Schwerkraft im Raumschiff aufgehoben ist, braucht man ihn natürlich nicht mehr.

Ich schaute auf die Uhr. Zwei Minuten vor zehn.

Was ich in diesem Augenblick empfand, ist schwer zu beschreiben. Meine Erregung hatte sich bis zur Qual gesteigert.

Noch eineinhalb Minuten … Noch eine Minute.

Dreißig Sekunden … Zwanzig … Zehn …

Kamow warf einen Hebel am Pult herum, dann noch einen. Durch den Helm, der die Ohren fest umschloß, war ein zunehmendes Dröhnen zu hören. Ich fühlte, wie der Schiffsleib erbebte. Dann drückte mich eine sanfte Gewalt fest zu Boden. Mein Arm mit der Uhr sank unwillkürlich herab. Ich mußte mich anstrengen, ihn wieder zu heben. Er war merklich schwerer als sonst.

Eine Minute nach zehn …

Wir flogen also schon!

Das Dröhnen nahm jetzt nicht mehr zu, war aber so stark, daß es ohne den über den Kopf gestülpten Schutzhelm wohl kaum zu ertragen gewesen wäre.

Das Schiff steigerte mit jeder Sekunde seine Geschwindigkeit um zwanzig Meter und flog immer schneller.

Ich bedauerte, daß ich die entschwindende Erde nicht auf die Platte bannen konnte. Das wären sehr effektvolle Aufnahmen geworden.

Die Zeit verging. Seit dem Start waren etwa fünfzehn Minuten verstrichen. Wir befanden uns weit außerhalb des Bereichs der Atmosphäre und flogen im luftleeren Raum.

Mich ergriff fieberhafte Ungeduld. Ich konnte einfach nicht mehr still liegen. Der Lärm, den unsere Atomdüsenantriebe verursachten, zerrte an den Nerven und weckte den quälenden Wunsch, wenigstens für einen Augenblick davon befreit zu sein.



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