
„Ihre Aufgabe ist sehr verantwortungsvoll. Die Auswertung der Aufnahmen, die Sie machen werden, ist für die Wissenschaft außerordentlich wichtig. Und sollten Sie trotzdem noch freie Zeit haben, dann werden Sie mir helfen, die Geräte zu bedienen.“
Ich schaute ihn verwundert an.
„Da gibt es nichts zu staunen“, sagte Kamow lächelnd.
„Das ist nicht so schlimm. Während der Fahrt läßt sich das Raumschiff leicht führen. Anders verhält es sich beim Aufstieg, bei der Landung oder in der Nähe der großen Planeten. Da ist die Sache komplizierter. Unsere Steuerkabine hat hervorragende Geräte. Die werden Sie gleich in den ersten Tagen der Fahrt meistern lernen.“
„Wie lange dauert die Expedition?“
„Was meinen Sie wohl?“
„Ich nehme an — zwei, drei Jahre.“
Kamow lachte. „Die Atomtechnik entwickelt sich schnell“, sagte er. „Wenn die erste Mondfahrt noch zwei und die zweite einen Tag in Anspruch nahm, so sind wir seitdem ein großes Stück vorangekommen. Die gesamte Expedition soll zweihundertfünfundzwanzig Tage dauern, also siebeneinhalb Monate.“
„Nicht länger?“
„In diesen siebeneinhalb Monaten“, fuhr Kamow fort, „legen wir rund eine halbe Milliarde Kilometer zurück. Die Durchschnittsgeschwindigkeit wird hundertzweitausendsechshundert Kilometer in der Stunde betragen.“
„Das klingt ja wie ein Märchen!“
Kamow schüttelte den Kopf. „Diese Geschwindigkeit ist nicht so groß, wie Sie glauben“, sagte er. „Die Technik ist dabei, Geschwindigkeiten zu erreichen, die den freien Flug zu jedem Planeten gestatten, ohne daß man an Termine gebunden wäre. Unser Schiff aber muß sich an einen genauen Zeitplan halten, weil seine Geschwindigkeit geringer ist als die Bahngeschwindigkeit der Erde. Die Erde einzuholen sind wir zunächst noch nicht imstande.“
„Sie sagten, Sie hätten vor, auf dem Weg zum Mars die Venus zu besichtigen. Das verstehe ich nicht ganz.“
