„Es hätte mir leid getan, Sie zu verlieren“, sagte er. „Ich bin froh, daß das nicht der Fall ist. — Machen Sie sich bekannt“, fügte er hinzu und führte mich zu einem hochgewachsenen, hageren Mann, der am Schreibtisch saß. „Das ist Konstantin Jewgenjewitsch Belopolski, mein Gehilfe während der Fahrt,“

Als Kamow mich vorstellte — er erwähnte dabei, daß ich an dem bevorstehenden Flug teilnehme —, drückte Belopolski mir die Hand, tat dies aber, wie mir schien, völlig gleichgültig. Nicht einmal der Anflug eines Lächelns zeigte sich auf seinem Gesicht, das, obwohl er erst fünfundvierzig Jahre zählte, von tiefen Furchen durchzogen war.

Ich weiß noch, daß mich diese schweigsame Begrüßung unangenehm berührte, und ich dachte sogar, daß es kein besonderes Vergnügen sein müßte, auf einer langen Reise einen solchen Gefährten zu haben. Heute weiß ich, daß dieser Mann an und für sich sehr wortkarg ist und nur über Astronomie und Mathematik längere Zeit sprechen kann.

Ganz anders begrüßte mich der vierte Expeditionsteilnehmer, Arsen Georgijewitsch Paitschadse, den ich zwei Tage darauf kennenlernte.

Noch jung, nicht älter als fünfunddreißig Jahre, genoß er schon weit und breit den Ruf eines ausgezeichneten Kenners der Spektralanalyse.

„Boris Nikolajewitsch Melnikow?“ fragte er und drückte mir die Hand mit solcher Kraft, daß ich vor Schmerz das Gesicht verzog.

Paitschadses ganze Erscheinung — seine kleine, schmächtige Gestalt, sein gebräuntes Gesicht mit dem kurzgeschnittenen Schnurrbärtchen über der Oberlippe und seine freundlichen Augen — flößte mir ein solches Zutrauen ein, als kannte ich ihn schon seit Jahren.

Er bat mich, ihm meinen Lebenslauf zu erzählen, berichtete dann von sich selbst, und wir schieden als Freunde. In den zwei Monaten, die seitdem vergangen sind, habe ich mich davon überzeugt, daß Paitschadse ein entgegenkommender, mitteilsamer Mensch ist, der mir ein guter Reisegefährte sein wird. Auf unserem Schiff soll ich die Kajüte mit ihm teilen, und darüber freue ich mich sehr.



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