
„Diese Zeichnung ist nur ein grobes Schema“, bemerkte Kamow. „Die Bahnen der Planeten bilden in Wirklichkeit keine geschlossenen Kreise, da sich die Sonne, der sie folgen, selbst im Weltraum bewegt, aber so ist es Ihnen verständlicher.“
„Ich danke Ihnen! Jetzt ist mir alles klar.“
„Nun werden Sie auch begreifen, warum wir den Start nicht um einen Tag verschieben können. Das würde alle unsere Pläne über den Haufen werfen.“
„Ich verstehe!“
„Für heute genug davon. In den siebeneinhalb Monaten unserer Reise werden wir noch genügend Zeit und Gelegenheit haben, uns über alle diese Fragen zu unterhalten. Ihre Teilnahme an der Expedition beginnt morgen früh mit der Untersuchung durch die Ärztekommission. Wir müssen jeden Tag nutzen, um Sie auf den Flug vorzubereiten.“
Damit war meine erste Unterredung mit Kamow beendet.
Es war schon gegen Mitternacht, als ich nach Hause kam. Diese Nacht schlief ich sehr schlecht. Erst gegen Morgen schlummerte ich ein; aber nicht einmal im Schlaf verließ mich der Gedanke, daß sich alle meine Hoffnungen zerschlagen konnten.
Meine Befürchtungen erwiesen sich jedoch als unbegründet. Die aus drei Ärzten bestehende Kommission, der ein namhafter Professor vorstand, klopfte, horchte und maß lange an mir herum. Man prüfte meine Augen und mein Gehör, drehte mich auf einem karussellähnlichen Gestell und ließ mich in einer Hängevorrichtung sogar ein paar Minuten mit dem Kopf nach unten baumeln, um darauf abermals endlos lange an mir herumzuhorchen. Zum Schluß klopfte mir der alte Professor auf die Schulter und sprach Worte, die mir wie Musik in den Ohren klangen:
„Ein idealer Organismus! Junger Mann, Sie können sogar zum Polarstern fliegen, wenn es Ihnen einmal auf unserer Erde zu langweilig geworden ist.“
Nach der Untersuchung fuhr ich geradeswegs zu Kamow, um von ihm die ersten Anweisungen entgegenzunehmen. Er freute sich, als er hörte, daß alles gut abgegangen war.
