
Ihr Händedruck war kurz, enthielt für beide aber eine ganze Welt gemeinsamer Erinnerungen. Dann sagte Bolitho:»Bring uns Wein, Ozzard. «Er zog einen Stuhl für Herrick heran.»Setzen Sie sich, Thomas. Es tut gut, Sie wiederzusehen.»
Bolithos graue Augen ruhten etwas länger als sonst auf seinem Freund; Herrick wirkte breiter, sein Gesicht etwas voller, aber das lag wohl an den Kochkünsten seiner fürsorglichen jungen Frau. Sein braunes Haar hatte hier und da hellgraue Lichter, wie Reif auf einem struppigen Busch. Aber die klaren blauen Augen, die so trotzig, aber auch so verletzt blicken konnten, waren noch dieselben.
Sie stießen an, und Bolitho fragte:»Wie steht's mit Ihrer Einsatzbereitschaft, Thomas?»
Herrick verschluckte sich fast am Wein. Einsatzbereitschaft? Sie lagen erst seit einem Monat im Hafen, und zwei Schiffe des Geschwaders waren während der Schlacht verlorengegangen! Sogar ihr leichtester Zweidecker, die mit 64 Kanonen bestückte Odin unter dem Kommando von Kapitän Inch, hatte nur mit knapper Not bis zur Nore
Deshalb sagte Herrick vorsichtig:»Die Nicator wird als erste fertig, Sir. Der Rest des Geschwaders sollte bis September einsatzbereit sein, wenn diese Räuber in der Werft ein Einsehen haben.»
«Und was ist mit der Styx? »
Bei der Frage nach der einzigen Fregatte des Geschwaders, die das Gefecht überlebt hatte, trat ein geistesabwesender Blick in Herricks Augen. Sie hatten damals ihre zweite Fregatte und eine Korvette verloren — ausgelöscht mit allen Menschen, als hätte es sie nie gegeben.
Herrick wartete, bis Ozzard ihre Weingläser wieder gefüllt hatte, dann antwortete er:»Auf Styx wird Tag und Nacht gearbeitet, Sir. Kapitän Neale bringt seine Leute dazu, ein Wunder nach dem anderen zu wirken. «Entschuldigend fügte er hinzu:»Ich selbst bin gerade erst aus Kent zurückgekehrt, Sir, kann Ihnen aber bis heute abend einen vollständigen Bericht über die Benbow geben.»
