
Als Kid am selben Nachmittag in den Klub kam, hörte er wieder Neuigkeiten aus Klondike. In der Bibliothek traf er seinen Onkel.
«Tag, lieber Onkel«, grüßte Kid, ließ sich in einen Ledersessel fallen und streckte die Beine aus.»Trinkst du ein Glas mit?«
Er bestellte sich einen Cocktail, während der Onkel sich mit dem dünnen einheimischen Landwein begnügte, den er stets trank.
Er betrachtete mit erbosten und mißbilligenden Blicken erst den Cocktail und dann das Gesicht des Neffen. Kid merkte, daß sich ein Gewitter vorbereitete.
«Ich habe leider nur wenige Minuten Zeit«, sagte er schnell.»Ich muß noch etwas besorgen und mir auch die Keith-Ausstellung bei Ellery angucken und eine halbe Spalte darüber schreiben.«
«Was ist eigentlich mit dir los?«fragte der andere.»Du bist ja ganz blaß. Das reine Wrack.«
Kid antwortete nur mit einem Seufzer.
«Ich werde noch das Vergnügen haben, dich zu begraben, sehe ich schon.«
Kid schüttelte traurig den Kopf.»Ich will nichts mit den Würmern zu tun haben. Für mich Verbrennung!«
John Bellew gehörte zu der eisernen, abgehärteten Generation, die in den Fünfzigern mit ihrem Ochsengespann über die Prärie gezogen war. Er besaß noch die Härte dieser Männer, und eine strenge Kindheit, während der Eroberung des neuen Landes, hatte ihn noch härter gemacht.
«Du führst auch kein vernünftiges Leben, Christoffer«, sagte er.»Ich schäme mich deiner.«
«Weil ich den Blumenpfad des Lasters schreite, meinst du?«kicherte Kid.
Der alte Mann zuckte die Achseln.
«Schüttle nicht deine blutbesudelten Locken, lieber Onkel. Ich möchte, ich schritte den Blumenpfad. Aber das ist alles schon vorbei. Ich habe einfach keine Zeit mehr.«
