«Was ist es denn?«


«Überanstrengung.«


John Bellew lachte barsch und ungläubig.


«Wahrhaftig.«


Wieder lachte er.


«Wir Menschen sind das Resultat unserer Umgebung«, erklärte Kid feierlich und wies auf das Glas des anderen.»Deine Heiterkeit ist dünn und herb wie dein Getränk.«


«Überanstrengung!«höhnte der Onkel.»Du hast ja noch nie in deinem Leben einen Heller durch Arbeit verdient.«


«Du kannst schwören, daß ich es getan habe… ich bekomme nur das Geld nie. Augenblicklich verdiene ich sogar fünfhundert Dollar die Woche und leiste die Arbeit von vier Männern.«


«Bilder, die du nicht verkaufen kannst? Oder… oder… hm… sonst etwas Verrücktes? Kannst du schwimmen?«


«Ich habe es jedenfalls gekonnt.«


«Auf einem Pferderücken sitzen?«


«Hab' ich mehrmals ausprobiert…«


John Bellew rümpfte mißbilligend die Nase.


«Es freut mich, daß dein Vater nicht erlebt hat, dich im Glanz deiner Verderbtheit zu sehen«, sagte er.»Dein Vater war ein Mann, jeder Zoll ein Mann! Verstehst du, was das heißt? Ein Mann… Ich glaube, er hätte den ganzen künstlerischen und musikalischen Blödsinn aus dir herausgepeitscht.«


«Ach ja, unsere verderbte, heruntergekommene Zeit«, seufzte Kid.


«Ich könnte es noch verstehen und dulden«, fuhr der andere grimmig fort,»wenn du wenigstens Erfolg damit erzieltest. Aber du hast noch nie in deinem Leben einen Heller verdient und nicht ein Lot anständiger Männerarbeit geleistet.«


«Radierungen, Gemälde und Fächer«, bemerkte Kid in einer Weise, die nicht gerade besänftigend wirkte.



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