Was Jinx sich nicht eingestehen wollte, war, daß ihr Herz einen Schlag ausgesetzt hatte, als Charly sie vor der nächsten Vorlesung angesprochen hatte. Aber als er sich nach ihrer Freundin erkundigte, da wußte sie, daß sie im Hintertreffen war, bevor sie überhaupt eine Chance hatte. Sie versprach, Charly mit Vic bekannt zu machen, und sie hatte ihr Versprechen gehalten. Jinx liebte Vic, sie würde Vic immer lieben, doch es gab Zeiten, da fiel es ihr schwer, nicht sauer auf sie zu sein.

«Vic, weißt du noch, als du Charly das erste Mal gesehen hast?«

«Klar, als du uns vorgestellt hast.«

«Und?«

«Was, und?«Vic zuckte mit den Achseln.

«Weißt du noch, was du gedacht hast?«, fragte Jinx.

Vic, die an männliche Aufmerksamkeit gewöhnt war, erinnerte sich an ihre erste Begegnung mit Charly, doch das hatte für sie nicht denselben Stellenwert wie für ihn. Sie hoffte, daß es ihr nicht anzumerken war.»Ich dachte, netter Typ.«

«Danke. «Charly lächelte.

«Jinx, wenn du rumrennst und auf Teufel komm raus jemanden finden willst, wird das nie was. Es muß sich sozusagen an dich ranschleichen. Der Richtige wird dir schon noch über den Weg laufen.«

«Und er wird intelligente Frauen mögen. «Charly zwinkerte Jinx zu.

Er mochte Jinx. Sie war nett, temperamentvoll. Er mußte sie mögen. Jinx und Vic waren unzertrennlich.

Sie kamen zu der katholischen Kirche St. Bede, blieben stehen, um die große Marienstatue inmitten der tadellos gepflegten Anlage zu bewundern. Der Pastor wohnte gegenüber in einem schmucken weißen Haus, von wo er St. Bede und Maria im Blick hatte.

«Sie guckt immer so friedlich«, bemerkte Jinx.»Männliche Heilige gucken nie so friedlich wie die Muttergottes.«

«Weil sie gegen ihr Testosteron ankämpfen.«»Wenn Raphael heute lebte, würde er dich als Madonna malen. «Charly küßte Vic auf die Wange.

Jinx zog eine Grimasse.»Ich muß gleich kotzen.«



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