«Verzeihung. Ich wußte nicht, daß du Besuch hast. «Chris trat einen Schritt zurück.

«Meine hochverehrte Mutter. Nur hereinspaziert. Mutter liebt Publikum. Du bist ein neues Ohr für ihre vielen Geschichten.«

Chris trat über die Schwelle. Sie bemerkte, wie kahl Vics Apartment war. Ein Küchentisch, vier Stühle und eine eingebaute Anrichte. Das war alles, was sie sah.

«Mutter, das ist Chris Carter. Chris, meine Mutter, R. J. Savedge, die schönste Frau im Süden von Virginia.«

Chris ging zu R. J. um ihr die Hand zu geben. Wie es sich für ihren Stand schickte, streckte R. J. nur die Hand aus, ohne aufzustehen.

«Ich freue mich immer, Freunde meiner Tochter kennen zu lernen.«

«Setz dich. Jetzt kann ich mich revanchieren, du kriegst 'ne Cola von mir. «Vic stellte Chris ein mit Eiswürfeln gefülltes Glas hin. Die kalte Dose folgte sogleich.»Mutter, soll ich dir nachschenken?«

«Nein, danke. Aber du kannst den Aschenbecher ausleeren.«

Vic kippte die Asche weg, wischte den Aschenbecher aus und stellte ihn ihrer Mutter wieder hin.

«Danke, Liebes. «Sie sah sich den Aschenbecher genau an, einen runden Glasbehälter, mit einem Minigummireifen, eine Goodrich-Reklame aus den 40er Jahren.»Hat deine Tante Bunny dir den geschenkt?«

«Ja.«

R. J. wandte sich Chris zu.»Du darfst Vic das mit der schönsten Frau nicht glauben. Sie schmeichelt mir.«

«Ich glaube ihr. Sie könnten Zwillinge sein. Kaum zu fassen, daß Sie ihre Mutter sind.«

R. J. lächelte.»Du gefällst mir, Chris.«

Wer R. J. zum ersten Mal sah, war gewöhnlich überwältigt. Wie Vic gesagt hatte, war sie etwas über einsfünfundachtzig groß, vollendet proportioniert, mit tiefschwarzen Haaren und grünen Augen — allerdings waren ihre Augen einen Ton heller als die ihrer ältesten Tochter.

«Danke. «Chris lächelte ebenfalls; ihre Nervosität legte sich etwas.



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