
Das nun folgende Schweigen wurde vom Lieutenant unterbrochen, der sagte: „Entschuldigen Sie, ich komme da nicht mehr ganz mit. Was genau wissen wir über diese Krankheit oder Wucherung?“
Wie Murchison ausführte, wußten sie bereits, daß die äußeren Symptome der Krankheit die rankenfüßerartigen Wucherungen waren, die die Haut des Patienten so vollständig bedeckten, daß sie einem Anzug aus Kettenpanzern gleichkamen. Offen war jedoch noch die Frage, ob diese Rankenfüßer ein Hautleiden darstellten, das Wurzelfasern getrieben hatte, oder ob es sich um eine subkutane Krankheit mit einem rankenfüßerähnlichen Ausschlag auf der Hautoberfläche handelte. In beiden Fällen jedoch wurden sie von einem dicken Bündel feiner Wurzelfasern festgehalten, die sich bis zu unbekannter Tiefe in den Patienten hinein erstreckten und verästelten. Diese Fasern durchdrangen nicht nur das subkutane Zellgewebe und die darunterliegende Muskulatur, sondern praktisch sämtliche lebenswichtigen Organe und das zentrale Nervensystem. Und die Wurzelfasern waren hungrig. Wegen des Zustands des unter den Rankenfüßern liegenden Zellgewebes konnte es keinen Zweifel daran geben, daß dies eine ernsthafte Erkrankung in einem bereits fortgeschrittenen Stadium war, die den Patienten von innen auszuzehren drohte.
„Hätte man Sie bloß schon früher zu diesem Fall hinzugezogen“, bemerkte Brenner bewundernd. „Der Patient ist also anscheinend erst hermetisch eingeschlossen worden, als er kurz vorm Tod stand, richtig?“
