Aber das Merkwürdigste an der Sache ist, daß ich ihn so gut wie eh und je fand. Ich weiß, daß er fünfunddreißig war, aber für einen Jockei ist das doch noch gar kein Alter, und obwohl jeder sehen konnte, daß er und Corin Kellar, der Trainer, für den er ritt, immer miteinander stritten, wenn ihre Pferde nicht gewannen, hat er von seiner Geschicklichkeit nichts verloren gehabt. Er wäre auch anderswo untergekommen, wenn schon nicht in einem der großen Ställe wie dem von Corin.«

«Da gibt’ s kaum noch einen Zweifel«, meinte sie.»Lieber tot als auf dem absteigenden Ast.«

«Ja, sieht so aus.«

«Hoffentlich wirst du, wenn es einmal soweit ist, nicht auf so drastische Weise abtreten.«

Ich lächelte, und sie fügte hinzu:»Und was willst du eigentlich tun, wenn du aufhörst?«»Aufhören? Ich hab’ doch erst angefangen«, sagte ich.

«Und in fünfzehn Jahren bist du ein zweitklassiger, ramponierter, bitterer Ex-Jockei Anfang Vierzig, zu alt, um noch etwas aus deinem Leben zu machen und mit nichts als Pferdegeschichten, die keiner hören will. «Sie schien sich über diese Aussichten zu ärgern.

«Du dagegen wirst eine dicke, ältere Ersatzsängerin für eine Altistin sein, ängstlich bemüht um dein Aussehen, während dir klar sein wird, daß die wertvollen Stimmbänder von Jahr zu Jahr mehr nachlassen.«

Sie lachte.»Wie schrecklich. Aber ich seh’s ein. Von jetzt an werde ich mich bemühen, deinen Beruf nicht mehr zu mißbilligen, nur, weil er keine Zukunft hat.«

«Aber du mißbilligst ihn aus anderen Gründen?«

«Selbstverständlich. Er ist im Grunde frivol, unproduktiv, wirklichkeitsfremd, und er ermutigt die Leute, Zeit und Geld an Unwichtiges zu verschwenden.«

«Wie bei der Musik«, sagte ich.

Sie funkelte mich grimmig an.»Dafür spülst du ab«, sagte sie, stand auf und stellte die Teller zusammen.



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