
Meine Cousine Joanna war der Grund, warum ich noch Junggeselle war, wenn man mit sechsundzwanzig Jahren da überhaupt einen Grund braucht. Sie war drei Monate älter als ich, was sie von Anfang an mir gegenüber in Vorteil gebracht hatte, und das bedauerte ich sehr, weil ich von Kindheit an in sie verliebt war. Ich hatte schon mehrere Male vom Heiraten gesprochen, aber sie lehnte immer ab. Als Cousin und Cousine, erklärte sie entschieden, seien wir zu eng verwandt. Außerdem, so fügte sie hinzu, trüge ich nicht zur Beschleunigung ihrer Pulszahl bei.
Das war jedoch zwei anderen Männern gelungen, beide Musiker. Und jeder hatte mir, zu seiner Zeit, auf die freundlichste Art und Weise erzählt, wie entscheidend ihre Verbindung mit Joanna ihre Lebensanschauung gefördert, ihrer musikalischen Eingebungskraft neue Impulse verliehen, neue Wege eröffnet habe und so weiter. Sie waren beide von starken Gefühlen bewegt, recht nachdenkliche, leider aber auch unbestreitbar gut aussehende Männer, und mir gefiel gar nicht, was sie zu sagen hatten. Beim ersten, als ich achtzehn war, fuhr ich betrübt und hastig ins Ausland und kam aus diesen oder jenen Gründen erst sechs Jahre später zurück. Bei der zweiten Gelegenheit ging ich sofort zu einer wilden Party, betrank mich zum ersten und einzigen Male in meinem Leben bis zur Bewußtlosigkeit und erwachte in Paulinas Wohnung. Beide Abenteuer hatten sich für mich als befriedigend und lehrreich erwiesen. Aber meine Gefühle für Joanna waren immer noch dieselben.
Sie schob ihren leeren Teller weg und sagte:»Also, was ist los?«
Ich erzählte ihr von Art, und als ich fertig war, sagte sie:»Der arme Mann. Und seine arme Frau… Warum hat er das getan?«
«Ich glaube, weil er seine Stellung verloren hat«, erwiderte ich.
«Art war in allen Dingen auf Vollkommenheit aus. Er war zu stolz… Er hat es nie zugegeben, wenn ihm in einem Rennen einmal ein Fehler unterlaufen ist… Und ich glaube, er konnte es einfach nicht ertragen, den Leuten gegenüberzutreten, die von der Entlassung wußten.
