Er hatte sich zwar manchmal recht abweisend gegeben, war aber ein anständiger Mensch und ein ausgezeichneter Jockei gewesen. Seine einzige auffallende Schwäche, die wir zu belächeln pflegten, war seine Überzeugung gewesen, daß ein verlorenes Rennen stets auf irgendeinen Makel seines Pferdes oder der Ausbildung zurückzuführen sein mußte, niemals aber auf einen Fehler, den er begangen haben mochte. Wir wußten alle recht genau, daß Art, wie jeder Jockei, gelegentlich einmal irrte, aber das hätte er niemals zugegeben.

«Gott sei Dank war Art wenigstens so rücksichtsvoll, das Wiegen abzuwarten, bevor er sich umgebracht hat«, sagte Tick-Tock Ingersoll, während er seinen blauschwarz gewürfelten Pullover auszog. Sein Gesicht tauchte breit grinsend hinter dem Pullover auf, wurde aber sofort ernst, als niemand lachte.

«Na ja«, sagte er und ließ den Pullover geistesabwesend auf den Boden fallen.»Wenn er schon vor einer Stunde Schluß gemacht hätte, wäre jeder von uns zehn Piepen los.«

Er hatte recht. Unser Renngeld war praktisch verdient, sobald wir auf der Waage gesessen hatten und das Gewicht für korrekt befunden war; es wurde ausbezahlt, ob wir nun ritten oder nicht.

«Dann sollten wir wenigstens die Hälfte für seine Witwe in eine gemeinsame Kasse tun«, meinte Peter Cloony, ein kleiner, stiller, junger Mann mit einer Tendenz zu überschwenglichen Gefühlen, der bei jeder Gelegenheit ungeheures Mitleid mit anderen und mit sich selbst empfand, es allerdings ebenso schnell wieder loswurde.

«Ich denke ja gar nicht daran«, sagte Tick-Tock, der für Cloony nichts übrig hatte.»Zehn Piepen sind für mich zehn Piepen, und Mrs. Mathews schwimmt ja in Geld. Sie bildet sich noch allerhand drauf ein. Da kann einer schon froh sein, wenn ich ihr guten Tag sage.«

«Irgendwie muß man aber seinen Respekt bekunden«, sagte Peter eigensinnig, sah uns alle mit feuchten Augen an, ohne aber Tick-Tocks grimmigen Blick zu erwidern.



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