
Mr. Brewar strich seiner bewußtlosen Frau den Rock glatt und fühlte besorgt ihren Puls. Corin Kellar, der immer noch neben seinem Jockei kniete, fuhr sich unaufhörlich mit der Hand über die Stirn und das Kinn. Sein Gesicht war aschfahl, seine Hand zitterte.
Ich gab Lord Tirrold eine Ecke der Decke, wir falteten sie auseinander und breiteten sie vorsichtig über den Toten. Lord Tirrold starrte den regungslosen, braunen Hügel eine Weile an, dann sah er sich im Kreis der Leute um, die sich für dieses Rennen gemeldet hatten. Er ging hinüber und sprach mit ein paar Männern; kurze Zeit später führten die Stallburschen alle Pferde aus dem Paradezirkel in die Sattelboxen zurück.
Ich sah auf Corin Kellar hinunter und fragte mich, wie einem Mann zumute sein mußte, der einen Menschen zum Selbstmord getrieben hatte.
Ich hörte ein lautes Knacken, dann verkündete eine Stimme über die Lautsprecher, daß wegen eines schweren Unfalls im Paradezirkel die letzten beiden Rennen nicht stattfinden könnten. Der morgige Renntag werde wie geplant abgewickelt, und jetzt möge man bitte nach Hause gehen. Was die ständig wachsende Zuschauermenge rund um den Zirkel aber nicht daran hinderte, die Pferdedecke, unter der Mathews lag, weiterhin sensationslüstern anzustarren.
Nichts regt die Menschen so sehr an wie ein blutiges Unglück, dachte ich tolerant, als ich Arts Helm und Peitsche aufhob.
Der arme Art. Der arme, gehetzte, verfolgte Art hatte sich mit einer Kugel von seinem Elend befreit.
Ich drehte mich um und ging nachdenklich zum Wiegeraum zurück.
Während wir uns umzogen, versuchten wir, den Schock durch Respektlosigkeit zu verdecken. Art, der nach der herrschenden Meinung unter uns Jockeis die führende Position behauptet hatte, obwohl er mit fünfunddreißig Jahren bei weitem nicht der Älteste gewesen war, hatte stets mit großem Respekt rechnen dürfen.
