
Grant war ein brünetter, stämmiger Mann von dreißig Jahren mit hervorstehenden Backenknochen und einer breiten, verformten Nase. Ich kam weit häufiger in engen Kontakt mit ihm, als mir lieb war, weil mein Platz im Umkleideraum der meisten Rennbahnen neben dem seinen lag; wir hatten beide denselben Burschen. Er borgte sich meine Sachen aus, ohne vorher zu fragen oder sich nachher zu bedanken, und wenn er etwas zerbrochen hatte, leugnete er grundsätzlich, es benützt zu haben. Zu Beginn unserer Bekanntschaft hatte mich sein verschmitzter Humor amüsiert, aber jetzt, zwei Jahre später, hatte ich mehr als genug von seinen Launen, seiner Grobheit und seinem Jähzorn.
In den sechs Wochen, seit die neue Saison angefangen hatte, war er mir ein paarmal aufgefallen, als er dastand, den Kopf vorgereckt, und sich verständnislos umsah, wie ein vom Matador gefoppter Stier. Ein Stier, erschöpft vom Kampf gegen ein Tuch, ein genarrter, zermürbter Stier, dessen großartige Kraft sich an einem Ding vergeudet hatte, das er nicht mit seinen Hörnern festzunageln vermochte.
Bei solchen Gelegenheiten tat mir Grant durchaus leid, aber abgesehen davon, ging ich ihm aus dem Weg, so gut ich konnte.
Peter Cloony, der ihn, wie gewohnt, überhaupt nicht beachtete, deutete auf den Haken, an dem Arts Sachen hingen und sagte:»Was meint ihr, was wir damit anfangen sollen?«
Wir sahen die Sachen an, den gutgeschnittenen Tweedanzug, säuberlich über einen Bügel gehängt, den kleinen Handkoffer, der sein Hemd und die Unterwäsche enthielt. Sein beinahe fanatischer Ordnungssinn war uns so vertraut, daß keiner davon sprach, aber jetzt, seit er tot war, fiel mir das besonders auf. Alle anderen hängten ihre Jak-ken einfach an den Haken und stopften ihre Unterwäsche in die Hosen hinein. Nur Art hatte auf einem Bügel bestanden und seinem Burschen aufgetragen, stets einen mitzubringen.
