Sie schüttelte den Kopf. »Das ist es nicht. Aber bitte, lassen Sie das Licht brennen.«

»Ach so!« Ravic sah sie prüfend an. »Ich wollte es sowieso nicht auslöschen. Lassen Sie es nur brennen. Ich kenne das. Habe auch mal solche Zeiten gehabt.«

An der Ecke der Rue des Acacias kam ihm ein Taxi entgegen. »Fahren Sie vierzehn Rue Lauriston. — Rasch!«

Der Chauffeur drehte um und bog in die Avenue Carnot ein. Als er die Avenue le La Grande Armée kreuzte, schoß von rechts ein kleiner Zweisitzer heran. Die beiden Wagen wären zusammengestoßen, wenn die Straße nicht naß und glatt gewesen wäre. So schleuderte der Zweisitzer beim Bremsen zur Mitte der Straße hinüber, gerade an dem Kühler der Droschke vorbei. Der leichte Wagen drehte sich wie ein Karussell. Es war ein kleiner Renault, in dem ein Mann saß, der eine Brille und einen schwarzen, steifen Hut trug. Bei jeder Drehung sah man einen Augenblick sein weißes entrüstetes Gesicht. Dann fing sich der Wagen und hielt auf den Arc am Ende der Straße zu, wie auf das riesige Tor des Hades — ein kleines, grünes Insekt, aus dem eine blasse Faust in den Nachthimmel drohte.

Der Taxichauffeur drehte sich um. »Haben Sie so was schon mal gesehen?«

»Ja«, sagte Ravic.

»Aber mit so einem Hut. Was hat einer mit so einem Hut nachts so schnell zu fahren?«

»Er hatte recht. Er war auf der Hauptstraße. Wozu schimpfen Sie?«

»Natürlich hatte er recht. Darum schimpfe ich ja gerade.« — »Was würden Sie denn tun, wenn er unrecht hätte?« »Dann würde ich auch schimpfen.« »Sie scheinen sich das Leben bequem zu machen.« »Ich würde anders schimpfen«, erklärte der Chauffeur und bog in die Avenue Foch ein. »Nicht so erstaunt, verstehen Sie?«

»Nein. Fahren Sie langsamer an den Kreuzungen.«

»Das wollte ich sowieso. Verdammte Schmiere auf der Straße. Aber weshalb fragen Sie mich eigentlich, wenn Sie nachher nichts hören wollen?«



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