«Kalt draußen«, sagte er mit einem verständnisvollen Blick auf meine Kleidung.

«Der Matsch im Rinnstein ist knallhart gefroren.«

Er nickte, wobei er nur mit halbem Ohr zuhörte und seine Aufmerksamkeit auf den anderen Klienten richtete, der auf seinem Stuhl sitzen geblieben war, als wollte er dort noch den Rest des Tages verweilen. Es kam mir vor, als würde Ronnie unter der Fassade seines selbstsicheren Auftretens gegen eine schwelende Verärgerung ankämpfen. Ein ungewöhnliches Bild, das so überhaupt nicht zu seiner unermüdlichen und sonst stets lässig zur Schau getragenen Bonhomie passen wollte.

«Tremayne«, redete er seinen Gast jovial an,»das hier ist John Kendall, ein brillanter junger Autor.«

Da Ronnie in aller Regel jeden seiner Autoren als brillant bezeichnete, auch wenn mehr als genug für das Gegenteil sprach, fühlte ich mich nicht besonders in Verlegenheit gebracht.

Tremayne zeigte sich ebenfalls wenig beeindruckt. Tremayne, grauhaarig, so um die Sechzig, ein massiger und sehr selbstsicherer Mann, war von der Unterbrechung zweifellos nicht sehr angetan.

«Wir sind noch nicht fertig mit unseren Geschäften«, sagte er ungnädig.

«Zeit für ein Gläschen Wein«, schlug Ronnie vor, wobei er den Einwand einfach ignorierte.»Was nehmen Sie, Tremayne?«

«Gin Tonic.«

«Ah… ich meinte: weißen Wein oder lieber roten?«

Nach einer Pause erwiderte Tremayne mit betont enervierter Resignation:»Dann einen roten.«

«Tremayne Vickers«, sagte Ronnie unverbindlich in meine Richtung, womit er die Vorstellungsrunde abschloß.»Auch einen roten, John?«



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