Vor einer Stunde hatte Townsend zu Andrew gesagt: »Sie haben getan, was in Ihren Kräften steht. Ich hätte alles ganz genauso gemacht.« Daraufhin hatte Andrew eine Nachricht nach Boonton, einer nahe gelegenen Stadt, geschickt, wo John Rowe in einer Fabrik Spätschicht hatte.

Andrew warf einen Blick auf das hohe Metallbett mit der reglosen Gestalt darin. Es war das einzige Bett im Zimmer, denn im Gang draußen warnte ein Schild: »Isoliert«. Die Infusionsflasche mit der künstlichen Ernährung hing hinter ihrem Bett in einem Ständer, und ihr Inhalt - Traubenzucker, Kochsalz und B-Vitamine - tropfte durch eine Nadel in Mary Rowes Armvene. Draußen war es schon dunkel, ab und zu war Donnergrollen zu hören, und es regnete stark. Eine ungemütliche Nacht. Die letzte Nacht im Leben dieser jungen Frau und Mutter, die noch vor einer Woche gesund und munter gewesen war. Es war einfach nicht fair.

Am vergangenen Montag war Mary Rowe, zierlich und hübsch, aber mit deutlichen Anzeichen des Unwohlseins, in Andrews Praxis erschienen. Sie klagte über Übelkeit und Schwächegefühl und daß sie nichts essen könne. Sie hatte 41 Grad Fieber.

Schon vor vier Tagen, hatte Mrs. Rowe ihm erzählt, hatte sie die gleichen Symptome verspürt. Sie mußte sich übergeben, fühlte sich aber am nächsten Tag wieder besser und glaubte, die Beschwerden, wo immer sie herkommen mochten, würden vergehen. Aber sie waren wiedergekommen. Sie fühlte sich »ganz schrecklich«, noch viel schlechter als beim ersten Mal.

Andrew sah sich das Weiße in Mary Rowes Augen an; es war gelblich verfärbt. Einige Stellen ihrer Haut wiesen ebenfalls auf Gelbsucht hin. Er tastete die Leber ab, die weich und vergrößert war. Auf Befragen erfuhr er, daß sie mit ihrem Mann im vergangenen Monat zu einem kurzen Urlaub in Mexico gewesen war. Ja, sie hatten in einem kleinen, abgelegenen Hotel gewohnt, weil es billig gewesen war, und sie hatte einheimische Nahrung zu sich genommen und auch Wasser getrunken.



6 из 513