
Für Wendy
Mein Dank gilt meinem Agenten Dominick Abel und - einmal mehr - Keith Neilson für seinen Rat, seine Kritik und sein Wissen um alle dunklen und schrecklichen Dinge, ob groß oder klein. Dank auch an Don Cannon, den fachkundigen Buchhändler, und an Jeff Teets, den hervorragenden Fotografen. Und Dank an meine Familie, dass sie sich mit dem Postamt herumgeschlagen hat.
1.
Es war der erste Tag des Sommers und Doug Albins erster Tag in Freiheit. Er stand auf der Veranda und blickte auf den mit Kiefern bestandenen Hügelkamm oberhalb der Stadt. Genau genommen war es nicht der erste Sommertag; der war erst in drei Wochen. Es war nicht einmal Dougs erster Ferientag; der war schon am Samstag gewesen. Aber es war der erste Tag, an dem die Schule geschlossen war. Als Doug nun am Geländer stand und die Aussicht genoss, fühlte er sich großartig. Er atmete tief ein und roch den würzigen Duft der Kiefern, vermischt mit dem Aroma von Schinkenspeck und Pfannkuchen, der vom Nachbarhaus herüberwehte. Düfte des Morgens.
Es war kühl draußen, und es ging eine leichte Brise, aber Doug wusste, dass es nicht lange so bleiben würde. Der Himmel war tiefblau, ohne die kleinste Wolke; gegen Mittag würde die Temperatur weit über dreißig Grad liegen. Doug suchte den Horizont ab. Ein Falke kreiste gemächlich über seinem Kopf und bewegte sich in immer größeren Kreisen von ihm weg. Auf dem Hügelkamm konnte Doug den dünnen grauen Rauchfaden eines Lagerfeuers erkennen, der über den Bäumen aufstieg. In der Nähe sah er kleinere Tiere: Kaninchen, Eichhörnchen, sogar ein paar Kolibris.
Doug war mit der Sonne aufgestanden, wie jeden Montagmorgen; diesmal aber nicht aus Notwendigkeit, sondern aus freien Stücken und ohne den Druck eines bevorstehenden Arbeitstages, der ihm sonst den Morgen verdarb. Er brauchte sich beim Anziehen nicht zu beeilen, musste sein Frühstück nicht herunterschlingen und konnte mehr als nur die Schlagzeilen der Zeitung lesen. Er musste überhaupt nichts. Der ganze Tag lag vor ihm, und er konnte damit anfangen, was er wollte.
