
„Es tut mir leid, wenn ich unhöflich erscheine, Herr Botschafter“, antwortete Retief. „Aber im Augenblick habe ich keine Zeit zu Erklärungen.“
„Unhöflich!“ jaulte Spradley wie ein Hund, dem jemand auf den Schwanz getreten hatte. „Keine Zeit, he? Das eine kann ich Ihnen sagen…“
„Bitte nicht so laut, Herr Botschafter“, unterbrach ihn Retief besorgt. „Die Lage ist noch immer heikel.“
Spradley zitterte, und der Mund blieb ihm offen. Endlich fand er Worte. „Sie, Sie…“
„Ruhe!“ brüllte Retief. Entgeistert starrte der Botschafter seinen Untergebenen an und forschte in dessen grauen Augen. Dann schloß er seinen Mund und schluckte.
„Die Yill haben den Eindruck gewonnen, daß ich die Delegation leite“, erklärte Retief. „Wir müssen diese Täuschung aufrechterhalten.“
„Aber, das ist doch…“, stotterte Spradley. Dann richtete er sich auf. „Das ist das Letzte!“ flüsterte er heiser. „Ich bin der terranische Botschafter und Gesandte in einer Person, mit allen Vollmachten ausgestattet. Magnan berichtete mir, daß wir ständig beleidigt wurden, vom Augenblick unserer Ankunft an; man sperrte uns in einen Gepäckschuppen, transportierte uns in einem Wagen der Müllabfuhr, placierte uns bei Dienstboten und setzte uns Hundefutter vor. Jetzt legt man mich und meine bewährten Mitarbeiter auf Eis, ohne uns eine Audienz gewährt zu haben, während dieser vielfache Kau kneipen will mit einem — einem.“
Spradley s Stimme versagte. „Vielleicht war ich ein wenig voreilig, Retief, als ich Sie in Ihre Schranken verwies. Götter der Eingeborenen jedoch zu mißachten und eine Tafel umzuwerfen sind recht ungewöhnliche Maßnahmen. Aber Ihr Unbehagen gegen unsere Gastgeber ist vielleicht gerechtfertigt. Ich werde Ihnen gegenüber Milde walten lassen.“ Er warf Retief einen zornigen Blick zu.
„Genug geredet!“ sagte Retief. „Der Herrliche wartet.“
