
Azzie hoffte, daß mit Scrivener alles in Ordnung sein würde. Es ist immer beunruhigend, wenn ein Dämon einem im Kopf herumpfuscht.
»Woher wissen Sie, wohin Sie ihn schicken müssen?« erkundigte er sich.
Der Sanitätsdämon öffnete Scriveners Hemd und zeigte Azzie den Namen und die Adresse, die purpurrot in die Haut eintätowiert waren. »Es ist die Kennmarke des Teufels«, erklärte er.
»Entfernen Sie die Tätowierung, bevor Sie ihn zurückschicken?«
»Machen Sie sich deswegen keine Sorgen. Er kann sie nicht sehen. Sie ist nur für uns gedacht. Begleiten Sie ihn?«
»Ich werde allein reisen«, erwiderte Azzie. »Lassen Sie mich nur noch einmal einen Blick auf die Adresse werfen. Gut, ich habe sie mir gemerkt.«
Und an den Mann mit dem leeren Augen gewandt, fügte er hinzu: »Dann bis später, Tom.«
KAPITEL 3
So wurde Thomas Scrivener nach Hause zurückgebracht. Zum Glück war es dem Sanitätsdämon gelungen, den Transfer zu erledigen, bevor sein Körper irreparable Schäden erleiden konnte. Der Arzt, der die Leiche erworben hatte, schickte sich gerade an, ihr den Hals aufzuschneiden, um die Arterien für seine Studenten zu entnehmen. Doch bevor er damit beginnen konnte, öffnete Scrivener die Augen und sagte: »Guten Morgen, Doktor Moreau.« Dann verlor er das Bewußtsein.
Moreau erklärte ihn für lebendig und verlangte eine Rückzahlung von Scriveners Witwe.
Die Frau zahlte zähneknirschend. Ihre Ehe mit Scrivener war nicht sonderlich erfreulich gewesen.
Azzie war auf anderem Weg zur Erde gereist, um nicht im Untotenwagen mitfahren zu müssen, in dem der Verwesungsgestank selbst für ein übernatürliches Wesen eine Tortur darstellt. Er traf unmittelbar nach Scriveners Wiedererweckung ein. Niemand konnte ihn sehen, da er das Unsichtbarkeitsamulett trug.
Unsichtbar für alle Menschen, die nicht das Zweite Gesicht besaßen, folgte er der Prozession, die Scrivener nach Hause zurückbrachte. Die Dorfbewohner, ohne Ausnahme Bauern, sprachen von einem Wunder. Nur Scriveners Frau Mildau murrte ständig vor sich hin: »Ich habe doch gleich gewußt, daß er alles nur vorgetäuscht hat, der gemeine Hund!«
