»Verdienst! Was für eine neuartige Vorstellung! Aber trotzdem gibt es nichts, was ich tun könnte.«

»Sei kein Defätist wie so viele andere junge Dämonen«, sagte Hermes streng. »So viele von ihnen sind faul und zufrieden damit, einfach nur rumzuhängen, Drogen zu nehmen, Blödsinn zu quatschen und den bequemen Weg durch die Ewigkeit zu beschreiten. Das ist nicht deine Art, Azzie. Du bist schlau, du hast Prinzipien und Initiative. Unternimm etwas. Du könntest wirklich eine Chance bekommen.«

»Aber ich weiß nicht, was ich tun soll«, klagte Azzie. »Und selbst wenn ich es wüßte, ich habe nicht das Geld, um es durchzuführen.«

»Du hast die alte Frau bezahlt«, wandte Hermes ein.

»Das war Zaubergold. Es verschwindet nach einem oder zwei Tagen wieder. Wenn ich mich für den Wettkampf bewerben will, brauche ich richtiges Geld.«

»Ich weiß, wo es welches gibt«, sagte Hermes.

»Wo? Wie viele Drachen muß ich erschlagen, um an das Geld heranzukommen?«

»Überhaupt keine Drachen. Du mußt nur alle Teilnehmer an der Gründertagspokerrunde besiegen.«

»Poker!« keuchte Azzie. »Meine große Leidenschaft! Wo und wann findet das Spiel statt?«

»In drei Tagen auf einem Friedhof in Rom. Aber du mußt besser als beim letzten Mal spielen, sonst wirst du für ein paar hundert Jahre in die Grube zurückkehren. Um es präziser auszudrücken, du brauchst etwas, das die Spieler später einmal eine Masche nennen werden.«

»Eine Masche? Was ist das?«

»Irgendein Mittel, das dir hilft zu gewinnen.«

»Bei diesen Spielen gibt es Beobachter, um Betrügereien zu verhindern«, gab Azzie zu bedenken.

»Vollkommen richtig. Allerdings gibt es kein Gesetz gegen einen Glücksbringer, weder ein himmlisches noch ein höllisches.«

»Aber Glücksbringer sind äußerst selten. Wenn ich doch nur einen hätte!«



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