Vor langer Zeit, als alles noch viel besser, glücklicher, schöner und ehrlicher war, im Goldenen Zeitalter, das kurz vor dem Auftreten der Menschheit auf der Weltenbühne endete, wurde der Glücksbringer Felixit häufig benutzt. Von einigen Seiten wird behauptet, daß die Vorräte von den alten Göttern angelegt wurden, die über die Erde herrschten, als die Dinge noch keine Namen hatten. Schon damals war Felixit das seltenste Mineral der Welt. Eine winzige Menge reichte aus, um das ihr innewohnende Karma des Glücks und der Heiterkeit auf ihren Besitzer zu übertragen und so für ein erfolgreiches Gelingen all seiner Unternehmungen zu sorgen. Deshalb waren die Menschen bereit, dafür zu töten.

Eines ist sicher. Wer einen magischen Glückstalisman haben will, muß ihn entweder stehlen (was schwierig ist, da es das Bestreben eines richtigen Glückstalismans ist, bei seinem Besitzer zu bleiben, und er folglich dazu neigt, mehr als nur ein bißchen diebstahlresistent zu sein), oder ein Felixitvorkommen in den Tiefen der Erde entdecken und sich selbst einen anfertigen. Man könnte daraus leicht schließen, daß mittlerweile alle natürlichen Felixitvorkommen verschwunden sind, weil die Zwerge unter der Erde danach (und nach anderen Dingen) suchen, seit die ersten Menschen auf ihr erschienen sind, aber das ist ein Irrtum. Felixit ist ein solch mächtiger Glücksbringer, daß sich selbst die Erde dadurch gesegnet fühlt und von Zeit zu Zeit in ihrer Verzückung mehr davon hervorbringt, wenn auch stets nur in kleinen Mengen.

»Felixit!« Rognir stieß ein wenig überzeugendes Lachen aus. »Was bringt dich auf die Idee, daß es hier Felixit geben könnte?«

»Eine kleine Maus hat es mir geflüstert«, erwiderte Azzie in einer schlagfertigen Anspielung darauf, daß Hermes früher unter anderem als Gott der Mäuse fungiert hatte, bevor er zusammen mit den anderen olympischen Göttern abgeschafft worden war beziehungsweise eine andere Rolle angenommen hatte. Die Ironie blieb Rognir jedoch verborgen.



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