
»Es gibt hier kein Felixit«, behauptete der Zwerg. »Diese Gegend ist schon vor langer Zeit ausgebeutet worden.«
»Das erklärt wohl kaum, was du hier gemacht hast.«
»Ich? Ich habe nur eine Abkürzung genommen«, erklärte Rognir. »Dieser Punkt liegt zufällig auf der großen unterirdischen Umgehungsroute von Bagdad nach London.«
»Wenn dem so ist«, sagte Azzie, »dann hast du sicher nichts dagegen, wenn ich mich mal ein bißchen umschaue.«
»Warum sollte ich? Die Erde ist für alle da.«
»Gut gesagt«, gab Azzie zurück und begann, in der Gegend herumzuschnüffeln. Seine feine Fuchsnase fing schon bald einen schwachen Dufthauch auf, der vor noch nicht allzu langer Zeit mit etwas anderem in Verbindung gebracht worden wäre, das wiederum vielleicht nur flüchtig an Felixit erinnerte. (Dämonen besitzen einen ausgeprägten Geruchssinn, was ihre Dienstzeit in den Gruben der Hölle um so unerträglicher macht.)
Wie ein Fuchs der Spur seiner Beute folgt, folgte Azzie dem kaum wahrnehmbaren Geruch durch die Höhle direkt zu dem aus Lemurleder gefertigten Sack, der vor Rognirs Füßen stand.
»Du hast doch sicher nichts dagegen, wenn ich mal einen Blick da hineinwerfe, oder?« fragte Azzie.
Rognir hatte eine ganze Menge dagegen, aber da ein Zwerg kein ernstzunehmender Gegner für einen Dämon ist, entschied er sich für zuvorkommendes Verhalten statt unangebrachter Tapferkeit.
»Tu dir keinen Zwang an.«
Azzie leerte den Sack aus. Er stieß die Rubine beiseite, die Rognir in Burma gesammelt hatte, ignorierte die kolumbianischen Smaragde sowie die südafrikanischen Diamanten mitsamt ihren zukünftigen finsteren Auswirkungen und hob einen kleinen zylinderförmigen rosafarbenen Stein auf.
»Für mich sieht das wie Felixit aus«, stellte er fest. »Würde es dir etwas ausmachen, wenn ich es mir für eine Weile ausleihe?«
