
»Ich weiß es nicht«, erwiderte Hermes. »Aber wir können es schnell herausfinden.«
»Beherrschst du irgendeinen Trick?« fragte Azzie. »Irgendeine Form der Beschwörung, die der Masse der gewöhnlichen Dämonen unbekannt ist?«
»Nicht umsonst bin ich der Schutzheilige der Alchemisten«, erklärte Hermes, »die mich anrufen, wenn sie ihre Mixturen zusammenmischen. Sie versuchen, einfaches Metall in Gold zu verwandeln, ich aber kann aus totem Fleisch lebendige Erinnerung machen.«
»Das scheint mir ein nützlicher Trick zu sein«, sagte Azzie. »Kannst du ihn mir demonstrieren?«
»Mit Vergnügen«, erklärte sich Hermes sofort einverstanden. »Laß uns sehen, wie diese Beine ihren letzten Tag verbracht haben.«
Wie bei dererlei Beschwörungen üblich, entstand eine Rauchwolke aus dem Nichts, und das Dröhnen eines Messinggongs erklang. Während Azzie zusah, teilte sich der Rauch, und er sah…
… einen jungen Prinzen, der in die Schlacht zog, um das Schloß seines Vaters zu verteidigen. Er war ein hübscher junger Mann und gut ausgestattet für das Kriegerhandwerk. Er ritt an der Spitze seiner Truppen, die einen beeindruckenden Anblick boten. Ihre scharlachroten und gelben Banner flatterten prächtig im Sommer wind. Dann entdeckte Azzie eine andere Armee voraus. Der Prinz zügelte sein Roß und rief seinen Majordomus zu sich.
»Dort sind sie«, verkündete der Prinz. »Jetzt haben wir sie genau zwischen einem Felsen und einem harten Eisklumpen, wie man in Lappland zu sagen pflegt.«
Bis dahin konnte Azzie das Geschehen verfolgen, dann verblaßte das Bild vor seinen Augen.
»Kannst du erkennen, welches Schicksal ihn ereilt hat?« fragte er.
Hermes seufzte, schloß die Augen und legte den Kopf in den Nacken.
»Ah«, sagte er, »ich habe mich in die Schlacht eingeschaltet, und welch eine herrliche Auseinandersetzung bewaffneter Männer das ist! Sieh, wie wild sie sich aufeinanderstürzen, hör, wie die kunstvoll geschmiedeten Schwerter singen! Ja, jetzt prallen sie zusammen, und alle kämpfen sie tapfer und gewandt.
