
Belial, ein alter Rivale Azazels, schlug mit dem Huf auf den Tisch und sagte genüßlich: »Der überaus ehrenwerte Kollege hat die bemerkenswerte Begabung, eine Störung durch einen einzelnen Dämon zu einem Anschlag einer Abschaumbande auf dem Kriegspfad aufzubauschen. Ich sehe hier aber keine Bande, nur einen einzelnen, eher dümmlich dreinschauenden Dämon. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, daß die Bezeichnung Sanctum in diesem Fall zutreffender als Sanctorum ist, was der ehrenwerte Kollege wissen würde, hätte er irgendwann einmal die gute alte Muttersprache, nämlich Latein, gelernt.«
Azazels Augen loderten auf, kleine blaue Rauchwölkchen drangen aus seiner Schnauze, ätzende Säure tropfte aus seiner Nase und fraß Löcher in die Tischplatte aus Eisenholz. »Ich verbitte es mir, mich von einem Naturgeist und Emporkömmling beleidigen zu lassen, der zu einem Dämon gemacht worden ist, anstatt als solcher geboren zu sein, und von dem man auf Grund seiner zweifelhaften Herkunft nicht erwarten kann, die wahre Natur des Bösen zu verstehen.«
Andere Konferenzteilnehmer forderten lautstark Gehör, denn Dämonen lieben es, darüber zu diskutieren, wer das Böse wirklich versteht, wer am bösesten ist und wem es dagegen an Schlechtigkeit mangelt. Mittlerweile hatte Azzie jedoch seine Fassung wiedergewonnen. Ihm war klar, daß sich die Aufmerksamkeit der Dämonenfürsten schon bald auf ihn richten würde. Also beeilte er sich, sein unverfrorenes Eindringen zu verteidigen.
»Meine Herren«, sagte er, »es tut mir leid, der Anlaß für Ihren Streit zu sein. Ich wäre nicht unangemeldet bei Ihnen hereingeplatzt, wenn ich Ihnen nicht etwas Dringendes mitzuteilen hätte.«
»Ja, warum bist du gekommen?« fragte Belial. »Und wie ich feststelle, hast du auch keine Geschenke mitgebracht, wie es die Sitten erfordern. Was hast du zu deiner Rechtfertigung zu sagen?«
