
»Dann nehme ich es«, entschied Azzie.
Das Zimmer war sehr schön und hatte ein großes Fenster. Es gab sogar einen kleinen Waschraum, in dem man sich frisch machen konnte, auch wenn Dämonen solche Dinge kaum in Anspruch nehmen.
Zuerst legte sich Azzie auf das große Bett mit den Daunendecken und den herrlichen gut gefüllten Kopfkissen. Er hatte den Eindruck, als hätte seine eigentliche Karriere endlich begonnen. Es erstaunte ihn, wie schnell er von einem unbedeutenden Arbeiter in Nordpein 405 zum Impressario eines prächtigen neuen Spiels für die Feier zur Jahrtausendwende aufgestiegen war. Eine Zeitlang blieb er auf dem Bett liegen und dachte über sein Glück nach, aber dann stand er voller Tatendrang wieder auf, um mit der Umsetzung seines Plans zu beginnen.
Als erstes brauchte er einen Diener. Er beschloß, sich beim Wirt zu erkundigen.
»Natürlich braucht Ihr einen Diener«, bestätigte der dicke Gastwirt. »Es hat mich gleich erstaunt, daß ein feiner Herr wie Ihr ohne Dienerschaft und eine große Reisetruhe gekommen ist. Da Ihr Geld habt, sollte das leicht zu erledigen sein.«
»Ich brauche allerdings eine besondere Art von Diener«, erklärte Azzie. »Jemanden, den man mit Aufgaben höchst ungewöhnlicher Natur beauftragen kann.«
»Dürfte ich erfahren, von welcher Natur Eure Exzellenz sprechen?« fragte der Wirt.
Azzie musterte den Mann genau. Er war dick und sah gemütlich aus, aber es lag auch ein finsterer Ausdruck in seinen Zügen. Diesem Mann waren böse Taten nicht fremd. Er gehörte zu den Menschen, die vor nichts halt machten, die ein gewisses Vergnügen bei Gedanken an böse Taten empfanden, weil sie dabei die Aufregung erlebten, die ihnen ihr normales Leben nicht bieten konnte.
»Herr Wirt«, sagte Azzie, »was ich verlange, sind Dinge, die sich vielleicht nicht immer völlig im Rahmen der königlichen Gesetze bewegen.«
»Ja, Herr«, erwiderte der Wirt.
