Auch Männer anzustellen, die Eis aus den Alpen holten, wäre keine befriedigende Lösung gewesen, denn einen ständigen Nachschub sicherzustellen, hätte einen immensen Aufwand erfordert. Und die Machte der Finsternis hatten diesem Anliegen sowieso nicht stattgegeben. Sie wiesen darauf hin, daß die Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen stünden und ein solches Projekt zuviel Aufmerksamkeit erregen würde.

Also stellte sich die Frage, wo Azzie sein Domizil mit dem erforderlichen Laboratorium aufschlagen sollte. Er mußte im Herzen Europas bleiben, weil die Handlung dort stattfinden würde. Schließlich ließ er sich in Augsburg nieder, nicht allzu weit von den Alpen und Zürich entfernt. Es war eine hübsche kleine Stadt, die an einer Handelsroute lag, was bedeutete, daß er die für seine Arbeit benötigten Gewürze und Kräuter von reisenden Kaufleuten erwerben konnte. Außerdem war Augsburg ein günstiger Ort, weil es ein bekanntes Zentrum der Hexerei war. Da jeder dort jeden der Zauberei verdächtigte, würde Azzie kein unnötiges Mißtrauen erregen.

Er suchte den Bürgermeister auf und schloß einen langfristigen Mietvertrag für das Chateau des Artes ab, ein Schloß mit hohen Türmen am nördlichen Stadtrand. Dieses noble alte Anwesen, das auf den Ruinen einer römischen Villa errichtet worden war, in der zur Zeit des Römischen Imperiums ein Praetor residiert hatte, eignete sich wunderbar für Azzies Zwecke. Der Keller war groß genug, um ihm ausreichend Platz für seine wachsende Sammlung an Körperteilen zu bieten. Außerdem befand sich Azzie hier in der relativen Nähe von Zürich und Basel, so daß ein befriedigender Nachschub an zusätzlichen Materialien aus den medizinischen Zentren dieser Gegend gewährleistet war.

Aber es war Sommer, und selbst seine Konservierungszauber stießen an ihre Grenzen. Schließlich mußte er auf andere Hilfsmittel zurückgreifen.



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