»Frike, das hast du sehr gut gemacht. Du wirst sofort in meine Dienste treten. Ich denke, du bist ein Prachtexemplar unter den Sterblichen. Und weil du dich so gut angestellt hast, bin ich überzeugt, daß es dir keine Schwierigkeiten bereiten wird, mir auch die anderen gewünschten Dinge zu besorgen, sobald ich das Gelände ausgekundschaftet und dir alles erklärt habe.«

»Ich hoffe, Euch gut dienen zu können, Gebieter«, sagte Frike.

Azzie ging zu seiner Truhe, zog einen kleinen Beutel aus Hirschleder hervor und entnahm ihm vier Goldtaler. Er reichte sie Frike, der sich dankbar tief verbeugte.

»Und jetzt müssen wir uns an die Arbeit machen«, verkündete Azzie. »Mitternacht ist angebrochen, die Zeit des Bösen. Bist du zu allem bereit, Frike?«

»Das bin ich.«

»Und was erwartest du als Lohn?«

»Nur das Privileg, Euch weiter dienen zu dürfen, Herr«, erwiderte Frike. »Sowohl jetzt als auch nach dem Tod.«

Die Antwort machte Azzie klar, daß Frike wußte, wer – oder vielmehr was – sein neuer Herr war. Es freute ihn, einen so intelligenten Diener gefunden zu haben. Er trug Frike auf, die Sachen zu packen. Sie würden sofort mit der Arbeit beginnen.

KAPITEL 6

Bevor er die nächsten Schritte unternehmen konnte, benötigte Azzie eine Operationsbasis. Die Herberge Zum Gehängten hatte viele Vorzüge, war aber zu klein, und die anderen Gäste würden zwangsläufig neugierig werden. Außerdem war da das Problem des unvermeidlichen Gestanks, der sich einstellen würde, wenn Azzie und Frike die benötigten Körperteile sammelten. Azzie kannte einige universelle Zaubersprüche, um Menschenfleisch relativ frisch zu halten, aber nicht einmal ein magischer Zauberspruch vermochte den Geruch nach Tod und Verwesung fernhalten, der über seiner Arbeit schwebte.



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