Das Chateau des Artes war ein günstiger Ausgangspunkt für Reisen nach Italien im Süden, Frankreich im Westen und Böhmen und Ungarn im Osten. Während Azzie seine Tage damit zubrachte, die Aufgaben eines Hausherrn zu erledigen, schickte er Frike mit einem großen Schimmel und zwei Packpferden auf weite Reisen. Aber obwohl sein Gehilfe viele seltene und nützliche Dinge auftrieb, schien eine Flaute an Köpfen zu herrschen. Köpfe…

Azzie erzählte Estel Castelbracht, dem Bürgermeister der Stadt, daß er mit verschiedenen Forschungsarbeiten beschäftigt wäre, um Heilmittel gegen die Grippe, die Pest und das Dreitagesfieber zu finden, Krankheiten, die die Gegend seit den Zeiten des Römischen Reiches heimsuchten. Er erklärte, daß er seine Nachforschungen an menschlichem Fleisch mit Methoden durchführen müßte, die er von den großen Alchemisten dieser Periode gelernt hätte. Der Bürgermeister und das Volk glaubten ihm, denn Azzie machte den Eindruck eines freundlichen Zeitgenossen, der immer bereit war, die Kranken aus dem Umland zu behandeln, und das oft mit beachtlichem Erfolg.

Während er das tat, machte er sich Gedanken über die Requisiten, die er für seine Aufführung des »Märchenprinzen« brauchen würde. Er übermittelte der Abteilung für Ausrüstung und Zubehör eine Liste der erforderlichen Dinge, aber die Antworten waren immer ziemlich vage formuliert und strotzten vor schwammigen Floskeln wie »falls noch vorhanden« oder »zur Zeit nicht vorrätig, Nachlieferung demnächst erwartet«. Besonders ärgerlich war die Auskunft bezüglich seiner Anforderung zweier Schlösser, eins für den Märchenprinzen, das andere für Prinzessin Rosenrot. Die Verantwortlichen der Versorgungsabteilung, die sich über eine Orakeleule mit ihm in Verbindung setzten, teilten ihm mit, daß sie im Augenblick nicht ein einziges Schloß zur Verfügung hätten. Azzie stritt sich mit ihnen herum und erklärte ihnen, daß dieser Auftrag absoluten Vorrang hätte und vom Hohen Dämonenrat persönlich abgesegnet worden sei. »Ja«, lautete die Antwort, »alle Aufträge haben Vorrang, und wir tun alles, was in unseren Kräften steht…«



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